Klassifizierung von Tumoren ist Basis für Krebstherapie

Pressemitteilung vom 15.04.2003
Die Veranstaltung der Pathologen mit dem Titel "Aktueller Stand der neuen TNM-Klassifikation" vom 2. bis 5. Mai 2003 ist für den Laien zunächst nichtssagend, doch das Problem kann für jeden Krebspatienten eine Entscheidung auf Leben und Tod sein.Denn je nachdem, wie der Pathologe das kranke Gewebe einstuft, legt der behandelnde Arzt die Therapie fest. Und die richtige Therapie ist entscheidend für den Behandlungserfolg.

Die Pathologen untersuchen Gewebsproben von Patienten um festzustellen, ob es sich um einen gutartigen oder um einen bösartigen Tumor handelt. Bei Krebs wird eine sogenannte TNM-Klassifikation vorgenommen, die Auskunft über das Stadium der Erkrankung gibt. Aus der Klassifikation leitet der behandelnde Arzt die Therapie ab. Fehler in der Klassifikation führen zu therapeutischen Fehlentscheidungen. "Eine fehlerhafte Klassifikation ist schlimmer als keine", erklärt Prof. Dr. Christian Wittekind, Direktor des Institutes für Pathologie der Universität Leipzig.
Die Fehlerquellen möglichst zu verhindern und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Krebsforschung mit einzuarbeiten - das ist die Zielstellung des wissenschaftlichen Kongresses von Pathologen und Klinikern in Leipzig. Anlass ist die 6. Auflage der TNM-Klassifikation maligner (bösartiger) Tumoren, die ab Januar dieses Jahres Gültigkeit hat. "Patienten und ihre Kliniker haben ein Recht auf eine optimale Qualität der Klassifikationen", so Wittekind. Das sei im Zeitalter der DRGs von besonderer Bedeutung.

Die Klassifikationskriterien werden anhand der wichtigsten Tumoren behandelt, darunter der des Gastrointestinaltraktes, des Kopf-Hals-Bereiches und der Brust.