"Gesellschaftlicher Wandel und Psychotherapie"

Pressemitteilung vom 02.04.2003
Symposium zu Ehren des 50. Jahrestages der Psy-chotherapieabteilung am Universitätsklinikum Leipzig und dem 60. Geburtstag von Prof. Dr. M. Geyer.
Ort Hörsaal 19
Hörsaalgebäude
Universitätsstraße

Mit einem wissenschaftlichen Symposium werden am der 50. Jahrestag der Gründung einer universitären stationären Psychotherapieabteilung in Leipzig und der 60. Geburtstag von Herrn Prof. Dr. M. Geyer, Direktor der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatischen Medizin, begangen. Veranstalter sind die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig und die Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin am Universitätsklinikum Leipzig, das Sächsische Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie e.V. sowie der Sächsische Weiterbildungskreis für Psychotherapie, Psychoanalyse und Psychosomatische Medizin e.V.
Unter der Thematik "Gesellschaftlicher Wandel und Psychotherapie" sowie "Erfahrungen mit der Intendierten Dyna-mischen Psychotherapie" werden Mediziner aus ganz Deutschland Vorträge halten, an Diskussionen teilnehmen und Erfahrungen austauschen.

Als die Psychotherapieabteilung am 1. Januar 1953 eröffnet wurde, war dies nach Heidelberg die früheste Etablierung stationärer Psychotherapie an einer Universität. Für die heute etwa 40 sowohl tagesklinisch als auch stationär be-treuten Patienten ist die Grundlage des therapeutischen Handelns ein tiefenpsychologisch fundiertes Konzept, das auch verhaltens- und gesprächstherapeutische Einzel- und Gruppenmethoden integriert. Weiterhin ist die Klinik sowohl der Erforschung und Anwendung praxisrelevanter, integrativer, psychoanalytischer und tiefenpsychologischer Psychotherapie, als auch der Rolle von Psychotherapie und Psychosomatik als Querschnittsfach der Medizin verpflichtet. Seit nunmehr 20 Jahren leitet Prof. Michael Geyer die Klinik, welche sich vor allem durch seine Initiative zu einer anerkannten psychotherapeutischen und psychosomatischen Spezialklinik, Bildungs- und Forschungseinrichtung entwik-kelte.

Professor Geyer wurde am 2. April 1943 in Erfurt geboren, wo er auch nach seinem Studium der Medizin in Sofia, Leipzig und Erfurt als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie an der hiesigen Akademie arbeitete. Schon früh prägte bzw. veränderte er die Psychotherapie der DDR entscheidend mit.

Nicht zuletzt durch sein integratives Modell einer dynamisch-interaktionellen Psychotherapie wurde die Klinik in Leipzig zu einer der am meisten frequentierten Ausbildungsstätten. Große Anerkennung erwarb sich Professor Geyer zudem durch seine praxisrelevanten Lehrbücher und Lehrmaterialien für die psychosomatische Grundversorgung und Fachpsychotherapie, aber auch auf Grund seiner Verdienste um die deutsch-deutschen und internationalen Wissenschaftsbeziehungen, die 1987 mit seiner Wahl zum Generalsekretär der International Federation für Medical Psychotherapy honoriert wurden.

Nach der Wende war er kompetenter Ratgeber der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie der Landes- und Bundesregierung für die Neustruktu-rierung der ambulanten und stationären Versorgung sowie der psychotherapeutischen Aus-, Weiter- und Fortbildung. Von 1994 bis 1999 wurde ihm dann das Amt des Prorektors für Universitätsentwicklung der Universität Leipzig übertragen. Kooperativ und konsequent realisiert Prof. Geyer heute wie früher beachtliche Forschungsleistungen, deren Schwerpunkt die Patient-Therapeut-Beziehung in der Fach-psychotherapie wie in der psychosomatischen Grundversorgung ist.

Heiko Leske