Arzneimittelsicherheit für Kinder

Pressemitteilung vom 20.03.2003
Ein sogenanntes "Pädiatrisches Modul" wurde jetzt an die Universität Leipzig vergeben. Dabei handelt es sich um ein BMBF gefördertes Projekt, mit dem die Arzneimittelsicherheit bei Kindern gewährleistet werden soll. Leipzig ist der einzige Standort in Ostdeutschland. Hintergründe, Ziele und Struktur des "Pädiatrischen Moduls" erfahren Sie auf einer Pressekonferenz, zu der wir herzlich einladen:
Zeit 08. April 2003, 11:00 Uhr
Ort Rektoratsgebäude
Raum 320, 3. Etage
Ritterstraße 26

Wußten Sie schon, dass bis zu 75 Prozent der Arzneimittel, die Kindern verordnet werden, nicht für Kinder geprüft sind? Es ist allein den behandelnden Ärzten überlassen, welche Medikamente in welcher Dosis für welche Krankheit verabreicht werden. Ein unhaltbarer Zustand, gegen den die Kinderärzte schon seit langem Sturm laufen.

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", erläutert Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig. "In Abhängigkeit vom Alter reagiert das Organsystem der Kinder auf Medikamente ganz anders als das des Erwachsenen. Die Nebenwirkungen sind anders, der Abbau der Medikamente unterliegt anderen biologischen Mechanismen." Das Problem versucht man inzwischen international auf verschiedenen Wegen zu lösen, da entsprechende Untersuchungen für die Pharmaindustrie allein nicht attraktiv sind. In Deutschland vergab das Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördermittel an bestehende Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS), um in Verbindung mit etablierten pädiatrischen Einrichtungen Therapieoptimierungsstudien anfertigen zu lassen, die die Arzneimittelsicherheit für Kinder gewährleisten sollen. Die Universität Leipzig hat als einzige ostdeutsche Universität den Zuschlag erhalten.

Auf unserer Pressekonferenz wollen Prof. Wieland Kiess und Prof. Markus Löffler, Sprecher des Koordinierungszentrums für Klinische Studien und Direktor des Institutes für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, über das Vorhaben berichten und Ihre Fragen beantworten. Den Wissenschaftlern ist Ihre Hilfe unentbehrlich, geht es doch nicht nur darum, in der Öffentlichkeit ein Bewußtsein für das Problem zu schaffen, sondern auch verbreitete Vorbehalte gegen medizinische Studien abzubauen. "Mit der Teilnahme an einer Studie kann das kranke Kind gewissermaßen am kollektiven Wissen für die beste Behandlung partizipieren" meint Prof. Löffler. "Was gewöhnlich der Entscheidung eines einzelnen Arztes überlassen bleibt, kann innerhalb einer Studie von den Erfahrungen vieler profitieren. Besonders bei Krankheiten, mit denen ein Arzt nur selten zu tun hat, ist das ein unschätzbarer Vorteil."

Wir freuen uns auf ihr Kommen. Bitte signalisieren Sie uns Ihre Teilnahme:
Telefon: 0341 - 97 30 150,
Telefax: 0341 - 97 30 159 oder
Mail: adams@uni-leipzig.de.