Professor Wolfgang Reuter wird 65

Pressemitteilung vom 18.02.2003
Prof. Dr. Wolfgang Reuter feiert am 19. Februar 2003 seinen 65. Geburtstag. Der bekannte Leipziger Internist hat sich vor allem auf dem Gebiet der Gerontologie und des Fettstoffwechsels einen Namen gemacht.Bei den Studenten war er aber auch als Hochschullehrer und als Studiendekan sehr beliebt, trotz oder gerade wegen seiner Durchsetzungsfähigkeit auch bei unpopulären Entscheidungen.

Wolfgang Reuter wurde am 19. Februar in Leipzig geboren, studierte hier von 1956 bis 1962 Medizin, war danach als Pflichtassistent und im allgemeinpraktischen Jahr im Kreiskrankenhaus Teterow und von da ab ununterbrochen an der Klinik für Innere Medizin der Universität Leipzig tätig. Nach seiner Habilitation 1978 wurde er 1979 zum Oberarzt ernannt, aber erst 1992 zum C3-Professor für Innere Medizin/Gerontologie berufen. 1989 übernahm er die Leitung der Abteilung Stoffwechsel/Ernährung, die 1998 in den Fachbereich Gerontologie/Lipidstoffwechsel an der Medizinischen Klinik IV überging, dessen Leiter er dann wurde.
"Prof. Reuter hat die Gerontologie in Leipzig mit großer nationaler und internationaler Ausstrahlungskraft geprägt", so Prof. Holm Häntzschel, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV. "In diesem Sinne setzte er die Tradition der bekannten Leipziger Internisten und Gerontologen Max Bürger und Werner Ries fort." Viel beachtet war auch die Forschung Reuters zum Fettstoffwechsel und zur Atherosklerose sowie zur Adipositas. Die von ihm organisierten Geriatrie-Workshops, in denen Probleme des fortgeschrittenen Lebensalters unter verschiedensten Aspekten behandelt wurden, und die Lipid-Meetings, die er mit aus der Taufe gehoben hatte und die sich mit dem Fettstoffwechsel im weitesten Sinne beschäftigen, sowie die 13. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft 1997 in Leipzig sind Ausdruck seines Bestrebens, neueste Erkenntnisse seines Wissenschaftsgebietes einem möglichst großen Publikum bekanntzugeben.

Mit ganzem Herzen war Prof. Reuter auch Hochschullehrer. Seine Vorlesungen auf dem Gebiet der Inneren Medizin wurden von den Studenten sehr geschätzt. Die Studenten waren es auch, die ihn Mitte der 90iger Jahre unbedingt als ihren Studiendekan wollten. Prof. Reuter widmete sich dieser umfangreichen und kräftezehrenden Aufgabe mit großem Engagement. Er sah das Studium als Einheit aller Studienabschnitte an, beginnend bei der Vorklinik über die klinischen Fächer bis zum Praktischen Jahr. In seine Dienstzeit fiel die Integration vieler Lehrkrankenhäuser in Sachsen. Das Studium als wichtigen Abschnitt im Leben unserer zukünftigen Ärzte würdigend, sorgte er dafür, dass Immatrikulation und Exmatrikulation der Medizin-Studenten feierlich begangen wurden. Prof. Dr. Joachim Mössner, der als Dekan viele Jahre den Studiendekan Prof. Reuter begleitete, schätzte an ihm besonders sein unermüdliches Bestreben, "allen Hochschullehrern immer wieder ins Bewußtsein zu rufen, dass die Ausbildung der Medizinstudenten nicht hinter der klinischen Tätigkeit und der Forschung zurücktreten darf".

Besonders in seiner Zeit als Studiendekan bewältigte Prof. Reuter ein fast übergroßes Arbeitspensum. "Dabei war er immer exakt in Wort und Tat und unbeugsam in der Verfolgung wichtiger Ziele", erklären Prof. Mössner und Häntzschel übereinstimmend. "Seine Herangehensweise ist immer geradlinig und offen", ergänzt Prof. Häntzschel. "Wenn er eine Sache für richtig hält, nimmt er sich ihrer kompromisslos an." Das widerspiegelte sich z. B. auch in der Übernahme von Aufgaben für die Neugestaltung der Universität Leipzig, insbesondere Ihrer Medizinischen Fakultät, nach der Wende.