Grippeimpfungen auch jetzt noch zu empfehlen

Pressemitteilung vom 12.02.2003
Anlässlich eines Workshops des Institutes für Virologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig empfiehlt der Direktor des Institutes, Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert, sich auch jetzt noch gegen Grippe impfen zu lassen. "Besonders ältere und durch chronische Erkrankungen z. B. an Herz und Lunge geschwächte Personen können sich so wirksam vor den schweren Verlaufsformen der Viruserkrankung schützen. Immerhin können in Deutschland bei starker Virusaktivität über 20.000 Todesfälle direkt oder indirekt auf das Konto der Grippe gehen." Die Diagnostik der Influenza, das ist der medizinische Terminus für die Virusgrippe, ist eines der Themen des Workshops.
Zeit 17. Februar 2003
Ort Max-Bürger-Forschungszentrum
Johannisallee 30
Seminarraum B317

Seit einigen Jahren nehmen Grippeerkrankungen in den Wintermonaten zu, um danach langsam wieder abzuklingen. "Eine regelrechte Epidemie ist gegenwärtig nicht zu befürchten", erklärt Prof. Liebert. Durch eine Impfung mit dem richtigen Serum ist nicht nur ein individueller Schutz gegeben, sondern eine ausreichende Durchimpfungsrate schützt auch vor der Verbreitung der Krankheit, die sich zunächst durch Husten, hohes Fieber und Kopfschmerzen bemerkbar macht. "Man fühlt sich richtig krank", so Liebert, "aber das ist nicht das Schlimmste. Viren bahnen den Weg für Bakterien und diese machen den Patienten richtig schwer krank." Deshalb solle man die Grippe in ihren Anfängen bekämpfen und die Warnzeichen ernst nehmen.
Mit einem Rachenabstrich können in speziellen Labors die Zellen auf sogenannte "virale Antigene" untersucht werden. Das sind die Virusbestandteile, gegen die sich unsere Antikörper richten, die man in einem frühen Stadium allerdings im Blut noch nicht nachweisen kann. Eine Blutuntersuchung wäre dann sinnlos. Auf dem Workshops stellt Prof. Hans-Werner Doerr aus Frankfurt/Main neueste Verfahren zum Erkennen von Influenzavirusinfektionen vor.

Weiterhin stehen auf der Tagesordnung die Erfahrungen mit dem Infektionsschutzgesetz, das in Deutschland seit etwa zwei Jahren gültig ist. Nach diesem Gesetz sind die behandelnden Ärzte, die Diagnostiklabors und die medizinischen Einrichtungen verpflichtet, Infektionskrankheiten zu melden. Mit dieser Maßnahme solle zum einen erreicht werden, auch in Deutschland eine solide epidemiologische Datenlage zu schaffen, wie sie in anderen Ländern bereits vorliege, so Liebert. Zum anderen könne man mit Hilfe dieser Daten Infektionskrankheiten früher erkennen und bekämpfen. Dr. Ingrid Müller vom Gesundheitsamt der Stadt Leipzig wird auf dem Workshop über die Verwendung der Daten und ihre Auswertung berichten.