23. Spurenworkshop der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin in Leipzig

Pressemitteilung vom 31.01.2003
Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin gibt es eine sogenannte Spurenkommission, die untersucht, ob die Spurenanalysen deutscher rechtsmedizinischer Institute und anderer Labore zuverlässig sind. In den weltweit wohl größten Spurenringversuchen verschickt die Kommission Spurenproben, die in den Instituten untersucht und in Spurenworkshops ausgewertet werden. Der nächste Spurenworkshops findet in Leipzig statt.
Zeit 07. Februar 2003 bis 08. Februar 2003
Ort Hörsaal 19
Hörsaalgebäude
Universitätsstraße

"Die Forensische Spurenkunde", erklärt Prof. Werner J. Kleemann, Direktor des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Leipzig, hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erfahren." Hier wird versucht, beispielsweise nach Vergewaltigungen, den unbekannten Täter anhand hinterlassener Spermaspuren zu ermitteln oder z. B. nach Autounfällen anhand verschiedenster Spurenelemente den richtigen Autofahrer festzustellen. Die Verantwortung des Gutachters ist sehr groß, hängt von seinem positiven oder negativen Gutachten doch ab, ob der Täter zweifelsfrei ermittelt werden kann. Deshalb werden entscheidende Untersuchungen immer doppelt durchgeführt. Außerdem helfen die Spurenworkshops, die Zuverlässigkeit der Analyse-Ergebnisse zu sichern.

Das Institut für Rechtsmedizin in Münster/Westfalen, verschickt im Auftrag der Spurenkommission Spurenproben zur eingehenden Untersuchung an Institute in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Russland, Slowenien, Österreich und der Schweiz. Auf dem Spurenworkshop wird dann geklärt, welche typischen Fehler auftraten und wie man sie vermeiden kann. "Besonders bei sogenannten Mischspuren ist die Spurenanalyse nicht immer einfach", so Kleemann. "Hierbei müssen erst einmal die relevanten herausgefiltert werden."

Ebenfalls auf der Tagesordnung stehen moderne Methoden der Spurenanalyse, z. B. die Analyse zur Identifikation von Haarfarben, die Analyse von biologischen Kontaktspuren zum Nachweis eines Airbag-Kontaktes bei Verkehrsunfällen (manchmal wollen sich die Autofahrer nicht outen), oder die Methoden, um Geschlecht und Alter eines Täters zu bestimmen.

Das Leipziger Institut für Rechtsmedizin verfügt mit dem neuen, erst 2002 übergebenem Labor, über die notwendigen Voraussetzungen für alle gängigen Methoden der Spurenanalyse.