Professor Hirsch will MRT-Untersuchungen bei Kindern weiterentwickeln

Pressemitteilung vom 28.01.2003
Prof. Dr. Wolfgang Hirsch, Kinderarzt und Radiologe aus Halle, bekam jetzt eine C3-Professur an der Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Der ehemalige Leiter der Kinderradiologie in Halle hat seinen 1. Facharzt in der Pädiatrie und seinen 2. Facharzt in der Radiologie erworben und hat damit die ideale Kombination für einen Radiologen, der mit Kindern arbeitet.

Eines liegt Prof. Hirsch besonders am Herzen: der Strahlenschutz bei Kindern. "Denn", so Prof. Hirsch, "so schonend wie alle neuen Röntgengeräte heutzutage arbeiten, eine Reststrahlenbelastung ist immer da. Und für Kinder sollte man diesen Rest auch noch so weit wie möglich reduzieren." Hirsch empfiehlt daher, alle Aufnahmen vom Körperinneren mit dem Magnetresonanztomographen, kurz MRT genannt, durchzuführen, da dies absolut strahlenfrei geschehen könne. "Dem MRT gehört die Zukunft der Kinderradiologie", meint er und deshalb habe er sich besonders damit beschäftigt.

Noch sind MRT-Aufnahmen nicht für alle Körperregionen möglich. So entzieht sich die Lunge bisher weitestgehend einer Darstellung mit der Magnetresonanztomographie. Für Asthmatiker oder Mukoviszidose-Kinder, deren Lungenfunktion besonders häufig untersucht werden muss, potenziert sich die Belastung mit Röntgenstrahlen mit der Zeit, so dass Handlungsbedarf dringend gegeben ist. Prof. Hirsch hat sich deshalb intensiv mit der bildlichen Darstellung von funktionellen Lungenveränderungen beschäftigt. So können neben strukturellen Auffälligkeiten auch die Sauerstoffverteilung oder Diffusionsvorgänge in der Lunge mit dem MRT dargestellt werden. Prof. Hisch wird solange auf dem Gebiet weiter forschen, bis die Computertomographie, die auf der Basis von Röntgenstrahlen arbeitet, bei Kindern vollständig durch die Magnetresonanztomographie ersetzt werden kann.

Seine Arbeit in Patientenbetreuung, Forschung und studentischer Ausbildung läßt ihm nicht allzu viel Freizeit. Was verbleibt, will er vornehmlich seiner Frau und seinen drei Kindern Susanne, Jonas und Hannes widmen und "vielleicht" so meint er, "bleibt noch ein bisschen Zeit für die Hobbies." Er malt Städteansichten von Halle, der Stadt, in der er - mit Ausnahme eines einjährigen Aufenthaltes in London - geboren und aufgewachsen ist und in der er studiert und gearbeitet hat, und er spielt Saxophon. Leider sind die Auftritte in seiner Band "Swing and more" durch die Arbeit an der Habilitation ein bisschen auf der Strecke geblieben, bedauert er. "Aber man muss eben Prioritäten setzen."