Das Hüftgelenk - Thema einer wissenschaftlichen Veranstaltung

Pressemitteilung vom 17.01.2003
Knochenbrüche rund um das Hüftgelenk nehmen in unserer immer älter werdenden Bevölkerung enorm zu. Sie stellen Unfallchirurgen und Orthopäden oft vor Herausforderungen. Um diesen besser gewachsen zu sein, haben sich die auf diesem Gebiet arbeitenden Mediziner international in der Arbeitsgemeinschaft Osteosynthese Verfahren zur Behandlung von Knochenbrüche) zusammengeschlossen. Die deutsche Sektion dieser Arbeitsgemeinschaft tagt jetzt unter Leitung von Prof. Christoph Josten, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, in Leipzig mit dem Ziel, auf dem Wege zu einem einheitlichen Therapiekonsens einen Schritt weiterzukommen.
Zeit 17. Januar 2003 bis 18. Januar 2003
Ort Hotel Mercure, Augustusplatz 5-6

"Hüftgelenksnahe Frakturen werden besonders von älteren Menschen sehr gefürchtet.", erklärt Prof. Josten. "Wenn sie erst einmalig hinfällig sind, beginnt oft ein verhängnisvoller Kreislauf, der nicht selten mit Lebensgefahr verbunden ist. Deshalb ist das Thema für uns Chirurgen nicht nur aus chirurgischer Sicht interessant." Im Programm des AO-Hüftseminars in Leipzig zeigt sich die komplexe Annäherung an die Problematik. Unfallchirurgen, Anästhesisten und Juristen berichten über ihren besonderen Aspekt und stellen ihn zur Diskussion. Dabei werden Fehler und Schwierigkeiten nicht ausgespart.

Mit einem Resümee der Veränderungen in der Therapie des Oberschenkelhalsbruches in den letzten 40 Jahren beginnt die Veranstaltung, um einen Überblick über die rasanten Veränderungen dieses speziellen chirurgischen Faches zu geben. Dabei zeigt sich, dass biomechanische Erkenntnisse in der Behandlung zunehmend beachtet werden. "Denn nur", so Josten, "wenn man weiß, wie ein Knochen belastet wird, kann man optimal operieren."

Aber noch viele andere Aspekte spielen für die Entscheidung des Chirurgen eine Rolle. Zum Beispiel das Alter des Patienten. Josten erläutert, dass es für einen jüngeren Patienten Sinn macht, gelenkerhaltend zu operieren. Auch komplizierte Brüche können dann noch verheilen. Bei älteren ist eher ein künstliches Hüftgelenk angesagt. Nicht nur die biologische Ausgangssituation ist hier anders, sondern auch die Tatsache, dass ein künstliches Hüftgelenk sich ebenso wie ein natürliches abnutzt und nach ca. 15 Jahren ersetzt werden muss. Es liegt auf der Hand, dass das nicht beliebig oft wiederholt werden kann. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Art der Einbindung des künstlichen Hüftgelenkes in den Knochenapparat, ob z. B. eine zementierte Prothese noch zeitgemäß ist und wie oft ein Prothesenwechsel sinnvoll ist.

Das Seminar wird abgerundet durch praktische Übungen und Demonstrationen - wichtig vor allem für den chirurgischen Nachwuchs. Die besten Unfallchirurgen Deutschlands werden ihnen dabei zur Seite stehen. Neben Prof. Josten sind dabei Prof. Felix Bonnaire aus Dresden, Andreas David aus Wuppertal, Prof. Gert Muhr aus Bochum und Prof. Pol Rommens aus Mainz.