Nachwuchswissenschaftlerin aus Leipzig erhielt den Steinberg-Krupp-Alzheimer-Forschungspreis 2004

Pressemitteilung vom 14.12.2004
Der Forschungspreis der Hirnliga e.V. ging dieses Jahr an Dr. Anja Busse. Die 33-jährige erhielt ihn für ihre Arbeiten zu leichten kognitiven Störungen. Grundlage hierfür war eine Leipziger Langzeitstudie bei der Altenbevölkerung (LEILA75+). Die vom IZKF Leipzig geförderte Studie wird seit 1997 an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Dr. Matthias C. Angermeyer (Direktor) und Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller durchgeführt.

Der jedes Jahr verliehene und mit 5.000 Euro dotierte Steinberg-Krupp-Alzheimer-Forschungspreis der Hirnliga e.V. fördert junge Forscher bis 40 Jahre aus dem deutschsprachigen Raum, die in den letzten zwei Jahren Wesentliches veröffentlicht haben - so z. B. eine Doktorarbeit, deren Ergebnisse in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert wurden.

Die Preisträgerin beschäftigte sich mit leichten kognitiven Störungen, also mit Beeinträchtigungen insbesondere des Gedächtnisses. Menschen mit solchen Störungen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Wie hoch dieses Risiko genau ist (zum Beispiel an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken) und welche Formen dieser leichten kognitiven Störungen mit einem besonders hohen Risiko behaftet sind, ist Gegenstand ihrer Forschungsarbeit. Sie konnte zeigen, dass mit Hilfe von neuropsychologischen Testverfahren Menschen mit einem hohen Risiko für eine Demenzerkrankung frühzeitig identifiziert werden können.

Gedächtnisstörungen nehmen mit dem Alter rapide zu. In Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung werden Demenzerkrankungen zur Herausforderung für unser Gesundheits- und Sozialsystem. Früherkennung und frühzeitige Behandlung sind eine wichtiger Baustein um dieser Herausforderung zu begegnen.
Die Forschungsarbeit von Frau Dr. Busse, Psychologin und Projektmitarbeiterin, liefert hierfür einen wertvollen Beitrag.

Franziska Clauß