Nachwuchsgruppenleiter für ICCAS

Pressemitteilung vom 30.11.2004
Die Auswahlkommission des BMBF bestätigte jetzt zwei Nachwuchsgruppenleiter für das Interdisziplinäre Zentrum für Computer- und Robotergestützte Chirurgie (ICCAS): Oliver Burgert und Werner Korb. Beide sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Computer assistierten Chirurgie.

Oliver Burgert (34) wurde als Leiter der Arbeitsgruppe Wissenschaftliche Methodik / Chirurgischer Workflow benannt. Burgert hat an der Universität Karlsruhe (TH) Informatik studiert und über die Planung und Durchführung chirurgischer Eingriffe auf Basis von Volumendaten promoviert. Er war an Projekten des Sonderforschungsbereiches 414 "Rechner- und sensorgestützte Chirurgie" mit den Anwendungsdomänen Herzchirurgie und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie beteiligt. Im Schwerpunktprogramm 1.124 der Deutschen Forschungsgemeinschaft beschäftigte er sich mit innovativen Navigationsverfahren in der Neurochirurgie. Die Schwerpunkte seiner Arbeit im ICCAS werden die Modellierung chirurgischer Arbeitsabläufe, die rechnergestützte Planung von Interventionen und darauf aufbauende Entwicklung innovativer Softwarewerkzeuge sein. Laut Burgert bietet die Konzeption von ICCAS durch "das inspirierende Umfeld zwischen klinischer Praxis und theoretischer Anbindung" eine exzellente Grundlage zur Fortsetzung seiner Forschungsarbeiten im Bereich der Computer-Assistierten Chirurgie.

Werner Korb (29) wurde zum Nachwuchsgruppenleiter Leiter der Forschungsgruppe Surgical PACS/Mechatronics berufen. Korb arbeitete nach seinem Studium der angewandten Mathematik an der Technischen Universität Wien zunächst als Doktorand am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg an der Entwicklung eines hochpräzisen Stereotaxie-Manipulator-Systems. Anschließend war er innerhalb des Sonderforschungsbereiches 414 "Informationstechnik in der Medizin" an der Universitätsklinik in Heidelberg tätig. Sein dortiger Arbeitsschwerpunkt war die Integration neu entwickelter mechatronischer chirurgischer Assistenzsysteme (Chirurgie-Roboter) in den klinischen Ablauf. Korb zeigt sich hochmotiviert für das neue Aufgabenfeld am Leipziger Zentrum. "Mein Ziel ist es, mit einer in der Klinik integrierten ingenieur-wissenschaftlichen Arbeitsgruppe anwendungsnahe Lösungen für chirurgische Probleme zu finden". Dabei soll so Korb weiter "die systematische Untersuchung des Bedarfs der Chirurgen und der Patienten im Zentrum stehen".

Der Sprecher des Zentrums, Professor Jürgen Meixensberger, zeigte sich mit der Wahl hochzufrieden. Man habe mit Burgert und Korb zwei ausgewiesen Experten im Bereich der Computer Assistierten Chirurgie verpflichten können.

Das Leipziger Innovationszentrum Computerassistierte Chirurgie entwickelt in enger Kooperation der Disziplinen Chirurgie, Informatik und Ingenieurwissenschaften interaktive chirurgische Workflows und Integrationsprofile, die zur Konzeption, Spezifikation, Simulation und dem Design möglicher Prototypen im Bereich Computer Assistierte Chirurgie dienen sollen. Die Integration und Verfügbarmachung aller chirurgierelevanten Informationen, insbesondere medizinischer Bilddaten aber auch anderer Biosignale in einem einheitlichen Format bildet einen weiteren Schwerpunkt des Zentrums. Mit der Schaffung zweier Nachwuchsforschergruppen an der Schnittstelle von Chirurgie und Informationstechnologie strebt das Zentrum eine Schlüsselposition in der Entwicklung der Chirurgie der Zukunft an. ICCAS wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programmes Zentren für Innovationskompetenz / BMBF-Innovationsinitiative Neue Länder sowie vom Freistaat Sachsen gefördert.