Ein Schaf fürs Leben

Pressemitteilung vom 05.11.2004
Können ein gefräßiger Wolf und ein naives Schaaf Freundschaft schließen? Bücher zu diesem Thema und noch viel mehr werden kranken Kindern am bundesweiten Vorlesetag am 12. November 2004 im Wartesaal der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche in Leipzig vorgelesen. Ziel ist es, den Kindern einmal Ablenkung vom Klinikalltag und Freude zu schenken. Die Kleinen sollen ihr "Krank-Sein" für einen Augenblick vergessen und Eintauchen in das Reich der Fantasie und Märchen.
Zeit 12. November 2004, 15:30 Uhr
Ort Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche
Wartesaal
Oststraße 21-25

"Große für Kleine" - so das Motto des Vorlesetages. Doch nicht nur in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken wird vorgelesen - nein, auch in der Uni-Kinderklinik in Leipzig. Denise Jarnowics, Vorlesepatin in der Kinderklinik, meint "Kinder müssen schon frühzeitig an das Lesen gewöhnt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, ihnen Abwechslung zum Klinik-Alltag zu geben." Gleichzeitig würde die Bildung gefördert werden", so Denise Jarnowics. Die 25-Jährige wird gemeinsam mit der 24-jährigen Andrea König ein abwechslungsreiches Vorleseprogramm abhalten.

So finden vielleicht Klaus Baumgärtners "Lauras Stern", Astrid Lindgrens "Lotta kann fast alles" oder David Elliots "Einmal täglich Dschungelburger" Gehör. Diese und andere Bücher wurden von der Stiftung Lesen empfohlen.

Die beiden jungen Frauen lesen vor, weil ihnen der Umgang mit Kindern sehr viel Freude bereitet. In der Kinderklinik ist es dienstags ein festes Ritual, dass Denise und Andrea auf der Station "Kik 5" am Abend von Zimmer zu Zimmer gehen und vorlesen. Entscheidend ist es, in den Kindern - neben der Lust zum Lesen - auch ein soziales Interesse zu wecken. Menschliche Normen und Werte müssen schon frühzeitig vermittelt werden.

"Für die Vorleser ist zu beachten, dass eine Vorlesestunde nicht länger als 60 Minuten, und die Vorlesezeit an sich nicht mehr als 20 Minuten betragen soll. Denn sonst läßt die Konzentration der Kinder nach". Erklärt Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche.

Werner Franzky, ein 84 Jahre alter Rentner, liest den kleinen Patienten bereits seit sieben Jahren regelmäßig vor. "Ich bin der erste Deutsche, der das regelmäßig in Kliniken gemacht hat", sagt Werner Franzky. Erfahrungsgemäß kommt Herr Franzky sehr gut bei den Kindern an, so dass sich viele von ihnen gern auf seinen Schoß setzten. In dieser gemütlichen Atmosphäre, welche an einen Opa mit seinen Enkeln erinnert, gibt Werner Franzky den Kindern das Gefühl der Geborgenheit.

Alle Kinder, denen es möglich ist, in den großen Wartesaal der Kinderklinik zu kommen, sind herzlich eingeladen! Neben Märchen-, Fantasie- und Alltagsgeschichten wird es auch ein Rahmenprogramm geben. Ab 15:30 Uhr erheitern die Klinik Clowns das junge Publikum und gegen 16:30 Uhr werden dann die Figuren aus den jeweiligen Büchern gezeichnet.

Franziska Clauß