Was bringen klinische Studien in der Kinder- und Jugendmedizin?

Pressemitteilung vom 27.09.2004
Besonderheiten und Probleme der Arzneimitteltherapie bei Kindern, Arzneimittelstudien mit Kindern und aktuelle Studien am Pädiatrischen Modul Leipzig sind Thema der Hörsaalvisite.
Zeit 29. September 2004, 18:00 Uhr
Ort Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche
Hörsaal
Oststraße 21-25

Weltweit wird ein Fortschritt in der Arzneimittelversorgung für Kinder und Jugendliche gefordert: Je nach Anwendungsbereich sind 30 bis 90 Prozent der verabreichten Arzneimittel für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen behördlich nicht zugelassen.
Zur Prüfung von Wirkung, Verträglichlichkeit, Unbedenklichkeit und exakter Dosierung eines Arzneimittels sind klinische Studien in verschiedenen Altersgruppen (Frühgeborene bis Jugendliche) und damit verbundene verschiedene Dosierungen und altersgerechte Darreichungsformen notwendig. Für Arzneimittelhersteller bedeutet die klinische Prüfung eines Arzneimittels bei Kindern einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Ethische und juristische Bedenken erschweren außerdem die Zulassung neuer Medikamente im pädiatrischen Bereich. So gelten Kinder und Jugendliche als "nicht einwilligungsfähig" und können damit nur mit Zustimmung beider Erziehungsberechtigten an einer klinischen Studie teilnehmen. Erst mit der 12. Novelle des Arzneimittelgesetzes ist bei minderjährigen Patienten nicht länger der individuelle Nutzen gefordert, sondern es genügt der Gruppennutzen unter bestimmten Voraussetzungen. Dies ermöglicht die Durchführung von sogenannten placebo-kontrollierten Studien, d. h. die Prüfung einer neuen Substanz gegen ein Scheinmedikament, welche weltweit den höchsten Standard darstellen.

Diese Thematik wird im Mittelpunkt der aktuellen Hörsaalvisite stehen.
Diese findet einmal im Monat statt und wird vom Kinderzentrum organisiert.
Es handelt sich dabei um eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung, bei der aktuelle Themen der Kindermedizin, besprochen werden. Die Veranstaltung richtet sich an Ärzte, Eltern und Interessenten.

Nora Wildfeuer