Alois-Alzheimer-Preis für Leipziger Hirnforscher

Pressemitteilung vom 22.09.2004
Prof. Dr. Thomas Arendt vom Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig erhielt anlässlich des gestrigen Welt-Alzheimer-Tages den Alois-Alzheimer-Preis der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen und ging zu gleichen Teilen an Prof. Arendt und den Münchner Wissenschaftler Prof. Harald Hampel.

Beide Wissenschaftler erhielten den Preis für ihre Forschungsergebnisse auf dem Gebiet des frühen Unterganges der Nervenzellen in wichtigen Regionen des menschlichen Gehirns und den molekularen Mechanismen, die diesen bedingen.

Professor Dr. Thomas Arendt und seine Gruppe am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig konnten zeigen, dass die bei der Alzheimer-Krankheit auftretenden Veränderungen Ausdruck einer gestörten Hirnplastizität sind. Durch den Nachweis, dass bestimmte molekulare Veränderungen, die bisher als für die Alzheimer-Krankheit spezifisch galten, auch unter physiologischen Bedingungen, wie beispielsweise in der Hirnentwicklung vorkommen, konnten neue Einsichten in den Mechanismus des Zelluntergangs im Gehirn gewonnen werden. Diese bilden die Basis für möglicherweise neue diagnostische und therapeutische Verfahren. Die Neurowissenschaftler in Leipzig kombinieren modernste zell- und molekularbiologische Untersuchungen am menschlichen Gehirn mit der Entwicklung von Erkrankungsmodellen, die es erlauben, therapeutische Konzepte zu entwickeln und zu überprüfen. So gelang es der Gruppe unter experimentellen Bedingungen durch Einbringen eines neuroplastische Vorgänge regulierenden molekularen Schalters in Nervenzellen diese vor dem Zelltod zu schützen.

Der Preis wurde ermöglicht, durch die Commerzbankstiftung, die das 90. Jubiläum der Universität Frankfurt zum Anlass nahm, um die Verbundenheit zwischen Stadt und Universität dauerhaft zu dokumentieren. Der in Zukunft aller zwei Jahre zu vergebene Preis entspricht der gesellschaftspolitischen Bedeutung der Alzheimer Krankheit, die durch die Altersstruktur der Bevölkerung bedingt ist. Mit dem Preis sollen Projekte gefördert werden, die sich der Ursachen-, Diagnose- und klinisch-psychologischen Forschung auf dem Gebiet der Alzheimerschen Erkrankung widmen.