Atherosklerose - Todesursache Nummer 1

Pressemitteilung vom 16.09.2004
Der 1. Deutscher Atherosklerosekongress in Leipzig behandelt aktuelle Forschungsergebnisse zur Entstehung, zum Risikofaktormanagement und zur Prävention atherosklerotischer Gefäßerkrankungen sowie ihrer gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusserkrankung.
Zeit 30. September 2004 bis 02. Oktober 2004

Behandelt werden u. a. folgende Themen, die auch auf der Pressekonferenz im Mittelpunkt stehen:

  1. Prof. Dr. Joachim Thiery, Universitätsklinikum Leipzig, gibt einen Überblick über die Veranstaltung und erklärt ihre Bedeutung für die Atherosklerose-forschung und die medizinische Praxis. "Die Erkrankungen des arteriellen Blutgefäßsystems mit den schwerwiegenden Folgen Schlaganfall und Herzinfarkt sind mit Abstand Todesursache Nummer 1 in Deutschland, die Atherosklerose droht somit die 'Seuche des 21. Jahrhunderts' zu werden.", so Thiery. "Die Arbeit an neuen Diagnose- und Behandlungsmethoden sowie die Erforschung ursächlicher Risikofaktoren und der erblichen Krankheitsdisposition sind nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein wachsendes gesundheitspolitisches Problem."

  2. Der 1. Deutsche Atherosklerosekongress wird als erstes gemeinsames Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) e.V. und der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. veranstaltet. Prof. Dr. Achim Weizel, Diakoniekrankenhaus Mannheim, spricht als Vorsitzender des Präsidiums der DGAF - DGFF über die Ziele dieser, erst im Juni 2004 unterzeichneten Kooperation und weitere gemeinsame zukünftige Projekte, wie z. B. der bundesweite "Tag des Cholesterins 2005".

  3. Über neue deutsche und internationale Leitlinien zur Prävention koronarer Herzerkrankungen spricht Prof. Dr. Arnold von Eckardstein, Universitätshospital Zürich und und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Arteriosklerose-Forschung e.V. Diese Leitlinien stellen klare Richtlinien für eine effektive und patientenorientierte Prävention der Atherosklerose, einschließlich ihrer Ursachen und Folgeerkrankungen, dar und sie geben neue evidenzbasierte Empfehlungen für Diagnose, Behandlung und Prävention.

  4. Neue Möglichkeiten der Therapie von Fettstoffwechselerkrankungen stellt Prof. Dr. Jürgen Schäfer, Universitätsklinikum der Philipps-Universität Marburg, vor. Er gibt gleichzeitig einen Ausblick auf Behandlungsstrategien der Zukunft.

  5. Das Atheroskleroserisiko von Frauen ist das Thema von Prof. Hans-Ulrich Klör, Universitätsklinikum der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nach wie vor leiden mehr Männer als Frauen an Gefäßverschluss als Männer. Dennoch ist die Atherosklerose auch bei Frauen die Todesursache Nr. 1. Das Auftreten von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ist also auch bei Frauen ein immer größer werdendes klinisches Problem. Dennoch werden Symptome von Patientinnen und Ärzten oft zu spät erkannt oder fehlgedeutet. Das führt nach einer großen internationalen Studie dazu, dass bei Frauen deutlich mehr Zeit zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Vorstellung beim Arzt liegen. Hinzu kommt, dass notwendige Untersuchungen gar nicht oder zu spät erfolgen. Aufklärungsbedarf ist also vonnöten.

  6. Es ist mittlerweile überall bekannt, dass die Ernährung wesentlichen Einfluss auf Atherosklerose hat. Der Vortrag Prof. Klör auf dem Kongress beschäftigt sich mit Cholesterinsenkern in Nahrungsmitteln, den sogenannten Sterinen und Stanolen. Zwei Gramm pflanzliches Sterin pro Tag senkt den Cholesterinspiegel um 8 bis 13 Prozent. Dennoch ist Vorsicht geboten: Diese Mittel reduzieren gleichzeitig den Gehalt an fettlöslichen Vitaminen und des schützenden Carotins im Blut. Prof. Klör erläutert, worauf es ankommt.

  7. Dr. Kurt Bestehorn, Direktor Medizinische Forschung der MSD Sharp & Dohme GmbH, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Hochdruckliga e.V. und Stellv. Bundesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pharmazeutische Medizin, ist vertreten mit dem Thema: "Forschungsstandort - Forschungspolitik Deutschland". Für den Forschungsstandort Deutschland sind angesichts zunehmend knapper werdender finanzieller Ressourcen und verstärkter internationaler Konkurrenz sowohl die Bündelung vorhandener Forschungskapazität als auch die Rahmenbedingungen für biomedizinische Forschung von größter Bedeutung.