Hirnforscher suchen nach Ursachen von Alzheimer

Pressemitteilung vom 03.09.2004
Das zur Universität Leipzig gehörende Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung lädt ein zur Konferenz "Molekulare Mechanismen der Neurodegeneration und Neuroprotektion". Wissenschaftler aus aller Welt werden dort über Ursachen von und mögliche Behandlungsmethoden bei altersbedingten Hirnkrankheiten diskutieren.
Zeit 09. September 2004 bis 11. September 2004
Ort Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum (BBZ)
Deutscher Platz 5
04103 Leipzig

Dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Industrienationen immer weiter steigt, ist längst bekannt. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern wird dort die Zahl der über 50-jährigen pro Jahr um etwa zehn Prozent anwachsen - und alle zehn Jahre werde die Lebenserwartung der 65-jährigen um ein Jahr verlängert. Diese Entwicklung wird jedoch begleitet von einer Zunahme altersbedingter, mit Nervenzellverlusten einhergehenden Hirnkrankheiten wie Morbus Alzheimer, aber auch der Parkinsonschen Krankheit, der Prion-bedingten Erkrankungen, zu denen zum Beispiel die Creutzfeld-Jakob-Krankheit zählt, sowie zerebrovaskulärer Störungen.

Beim diesjährigen Treffen der Studiengruppe Neurochemie der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie in Leipzig wird es eine vom Paul-Flechsig-Institut veranstaltete Konferenz zu eben diesen Gehirnerkrankungen und ihren Ursachen geben. Die Veranstaltung mit dem Titel "Molekulare Mechanismen der Neurodegeneration und Neuroprotektion" ist als Diskussionsforum konzipiert; in verschiedenen Vorträgen und Symposien werden die zu Grunde liegenden Mechanismen von Nervenzelluntergängen im alternden Hirn beleuchtet und Strategien diskutiert, mit denen diese Zellverluste verhindert bzw. aufgehalten werden können.

Dr. Reinhard Schliebs, Professor am Paul-Flechsig-Institut der Universität Leipzig und Mitorganisator des Kongresses: "Wir freuen uns sehr, so viele renommierte Wissenschaftler in Leipzig begrüßen zu können. Es wird Vorträge von Neurowissenschaftlern aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Slowenien, Israel, Schweden, den USA, Spanien und Frankreich geben." Zusätzlich werde man ausführliche Poster-Präsentationen veranstalten, bei denen die unterschiedlichen Aspekte der Neurochemie und Neurowissenschaften dargestellt und die neuesten Entwicklungen in der Forschung ausgiebig diskutiert werden - eine gute Gelegenheit, mit Experten und Kollegen ins Gespräch zu kommen.

Anlässlich des dreitägigen Kongresses wird ein Sonderheft des "International Journal of Developmental Neuroscience" erscheinen, in dem die Schwerpunkte der Tagung nachzulesen sind. Prof. Dr. Reinhard Schliebs: "Uns liegen schon über hundert Anmeldungen, davon etwa zwanzig Prozent aus dem Ausland, vor. Das zeigt, welch hoher Stellenwert der Aufklärung und Diskussion von Fragen altersbedingter Hirnerkrankungen beigemessen wird."

Neben den wissenschaftlichen Vorträgen ist jedoch auch ein Willkommenstreffen am Donnerstag im BBZ und ein gemeinsames Abendessen am Freitag in der Moritzbastei geplant. Genaue Informationen zum Programm, den Vorträgen und der Organisation sind im Internet zu finden:
www.reinhardschliebs.de/gbm

Friederike Haupt