Orthopädie und Kultur

Pressemitteilung vom 30.08.2004
Eine Tagung mit dem Titel "Der tumorkranke Mensch in der Orthopädie" veranstaltet die Orthopädische Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Leipzig. Dabei sollen medizinische Fragen, aber auch ethische, psychologische und ökonomische Aspekte diskutiert werden.
Zeit 17. September 2004 bis 19. September 2004
Ort Renaissance Leipzig Hotel
Großer Brockhaus 3
04103 Leipzig

Die 1. Tagung der Veranstaltungsreihe "Orthopädie und Kultur" wird neben Diagnostik und Therapie von Tumoren im Bereich der Bewegungsorgane auch den Patienten als Mensch thematisieren. Prof. Dr. Georg von Salis-Soglio, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Leipzig, erklärt, warum: "Bei medizinischen Fachtagungen erscheinen mir die Themen oft ein wenig zu eng umrissen, so dass der Patient nicht immer ausreichend in seiner individuellen privaten oder beruflichen Situation gesehen wird. Mir ist es wichtig, dass auch einmal über den Tellerrand hinausgeschaut und nicht nur das Krankheitsbild isoliert betrachtet wird." Gerade der Umgang mit dem Patienten nach der Diagnose, die Beratung und Aufklärung sowie die persönliche Betreuung während der weiteren Behandlung seien Themen, die untrennbar mit der medizinischen Behandlung verbunden sind.

Primär werden auf der Tagung wissenschaftliche Vorträge zur Diagnostik und Behandlung von bösartigen Knochentumoren zu hören sein: Die Themen Diognostik bösartiger Geschwülste, Knochen-Metastasierung, Tumorendoprothesen und andere Operationsverfahren, Planung von Operationen sowie Behandlungsmöglichkeiten bei Tumoren an der Wirbelsäule werden von hochqualifizierten Referenten dargestellt; im Anschluß besteht stets die Möglichkeit zur Diskussion. Prof. Dr. von Salis-Soglio erklärt: "Die Heilungsaussichten für Knochenkrebspatienten haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert und liegen jetzt bei weit über fünfzig Prozent. Bei der Tagung werden im Rahmen der Industrieausstellung auch die neuesten Instrumente und Prothesen für die Tumorbehandlung gezeigt."

Besonders in den Vorträgen "Das Leipziger Hospiz" (Prof. Dr. Helga Schwenke-Speck vom Leipziger Hospiz) und "Der Tod als Teil des Lebens" (Dr. Philipp Reichling O'Praem vom Prämonstratenser-Orden Duisburg-Hamborn) werden ethische Fragen angesprochen; auch beim abschließenden Rundtischgespräch sollen Psychologie und der zwischenmenschliche Umgang mit den Krebspatienten eine Rolle spielen. Prof. Dr. von Salis-Soglio: "Sich Zeit nehmen für Gespräche und Einfühlungsvermögen zeigen, darauf kommt es an."

Neben dem wissenschaftlichen Teil des Programms, den Vorträgen am Samstag, ist auch für ein umfangreiches und attraktives Rahmenprogramm gesorgt. Tagungsteilnehmer sind mit ihren Familien dazu eingeladen, von Freitag bis Sonntag in Leipzig zu bleiben und die Stadt kennenzulernen. Ob Stadtführung, Zoobesuch, Konzert im Gewandhaus oder ein gemeinsames Abendessen im historischen Restaurant "Zum arabischen Coffe Baum" - für Abwechslung ist gesorgt.

Friederike Haupt