Forschungspreis für Leipziger Nuklearmediziner

Pressemitteilung vom 21.05.2004
Dr. med. Henryk Barthel, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig, wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin in Rostock mit dem Georg-von-Hevesy-Preis ausgezeichnet, der erstmalig vergeben wurde.

Dr. Barthel erhielt die Auszeichnung für die Testung einer neuen Methode zum Wirkungsnachweis einer Chemotherapie bei Krebs durch bildgebende Verfahren. Die Methode beruht auf der Positronen-Emissions-Tomography (PET) und verdeutlicht am Bildschirm bereits in den ersten 24 Stunden, wie der bösartige Tumor auf Chemotherapie anspricht. Dazu wurde anhand von Tiermodellen eine mit dem Positronenstrahler Fluor-18 markierte DNA-Vorstufe namens Fluor-18-Fluorthymidin getestet. Mit dem schnellen Nachweis des Einflusses der Chemotherapie auf den Tumor ist ein neuer vielversprechender Marker für die Bildgebung von Tumoren gefunden. Experimente und Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift Cancer Research veröffentlicht.

Im Moment bereiten die Wissenschaftler den Einsatz dieser neuen Methode am Patienten vor. Eine schneller Nachweis dafür, ob ein Tumor auf Chemotherapie anspricht oder nicht, lässt den frühzeitigen Einsatz alternativer Therapien zu.

Mit dem Georg-von-Hevesy-Preis erinnert die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin an den Pionier des Faches Nuklearmedizin, Georg von Hevesy, der für seine grundlegenden experimentellen Forschungsarbeiten über künstliche Radionuklide 1943 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Diese Arbeit gilt als Voraussetzung für die Anwendung radioaktiver Tracer in der Medizin. Mit dem Preis werden Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet, die auf dem Gebiet der klinischen und/oder experimentellen Nuklearmedizin herausragende Arbeiten vorlegen können.