Forschung für die Gesundheit

Pressemitteilung vom 25.03.2004
Der Weltgesundheitstag am 7. April ist für die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig Anlass, eine Auswahl ihrer Forschungsprojekte vorzustellen. Ob Grundlagen- oder klinische Forschung - direkt oder indirekt tragen ihre Ergebnisse dazu bei, kranken Menschen zu helfen.

Trends und Zahlen

Was wird geforscht? Wohin geht der Weg? Was kann die Fakultät leisten und was kann sie sich leisten? - Fragen, denen der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Wieland Kiess, nachgeht. Den immer knapper werdenden Mitteln setzt die Fakultät Konzentration auf Schwerpunkte und Forschungskooperation entgegen. Zahlen zeigen, dass sich die Fakultät auf bestem Wege befindet.

Satt, aber dennoch Appetit?

Eine Frage, die viele bejahen müssen, die mit Übergewicht und seinen Folgen zu tun haben. Schuld sind die Hormone, meint der neuberufene Direktor der Medizinischen Klinik III und Endokrinologe, Prof. Dr. Michael Stumvoll. Bestimmte Sättigungshormone, die im Darm gebildet werden, melden dem Gehirn: Ich bin satt! Manche nehmen dieses Signal offenbar nicht ernst und essen munter weiter. Andere können Essen nicht mehr sehen. Die Rolle der Darmhormone näher zu erforschen, hat sich der Wissenschaftler vorgenommen. Er stellt Forschungsansatz und -instrumentarium vor und schlägt dabei einen Bogen bis in die Steinzeit.

Die Sucht nach Jugend und Schönheit

Die Sehnsucht nach einem Jungbrunnen beschäftigt die Menschheit seit Alters her. Mit Schönheitsoperationen und Cremes scheint sie der dauerhaften Schönheit heute etwas näher gekommen zu sein. Aber auch Viagra und Piercing bzw. Tatoos sind Ausdruck des Strebens nach nicht nachlassender Leistungsfähigkeit und Anpassung an geltende Schönheitsideale. Prof. Elmar Brähler, Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, hat in repräsentativen Studien untersucht, wie häufig Leistungen der kosmetischen Dermatologie und Chirurgie in Anspruch genommen werden, wie verbreitet Potenzmittel inzwischen sind und wie oft Tattoo und Piercing in verschiedenen Altersgruppen vorkommen.

Kalzium als Botenstoff im Gehirn

Kalzium (Ca) ist gut für die Knochen, lautet eine alte Volksweisheit. Dass es auch als Botenstoff im Gehirn eine Rolle spielt, ist nach wie vor Insiderwissen der Wissenschaftler. Der Neurophysiologe Prof. Jens Eilers untersucht die Rolle von Kalzium (Ca 2+) im Gehirn, das dort nur in kleinsten Konzentrationen auftritt (Im Nano-Mol-Bereich). Die Eigenschaft des Kalziums, sich an bestimmte Proteine zu binden, könnte für die praktische Medizin von Bedeutung sein, weil über diese Bindung bestimmte Enzyme reguliert werden, die bei der manisch-depressiven Krankheit (Zyklophrenie) eine Rolle spielen.