Gezielter Sport als hochwirksames Medikament

Pressemitteilung vom 16.03.2004
9. Max-Bürger-Symposium widmet sich dem Kampf gegen Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen
Zeit 27. März 2004, 09:00 Uhr
Ort Hörsaal Chirurgie
Liebigstraße 20

"Prävention des Metabolischen Syndroms und Diabetes mellitus Typ 2" ist der Titel des 9. Max-Bürger-Symposiums, zu dem die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig für den 27. März einlädt. Federführend sind Prof. Dr. Ralf Paschke, stv. Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie sowie Prof. Dr. Martin Busse, Direktor des Instituts für Sportmedizin.

"Das metabolische Syndrom - also der Symptomkomplex von ungünstigen Blutfettwerten, erhöhtem Blutdruck sowie erhöhten Blutzuckerwerten - und der Typ 2 Diabetes sind die häufigsten Folgeerkrankungen von extremem Übergewicht," so Paschke. "Da wir nun annehmen müssen, dass Übergewicht in den kommenden Jahren weiter erheblich zunehmen wird, sehen wir einer massenhaften Zunahme ihrer Folgekrankheiten entgegen." Um Strategien zu erarbeiten, die solch einer dramatischen Entwicklung entgegenwirken, hat die Medizinische Klinik III gemeinsam mit dem Institut für Sportmedizin im vergangenen Jahr eine Bewegungsprogramm mit Stoffwechselsprechstunde für Patienten mit Adipositas (Übergewicht) und/oder Diabetes mellitus Typ II etabliert. Während des Symposiums sollen unter anderem dessen ersten Ergebnis vorgestellt werden.

Derzeit trainieren rund 200 Patienten nach diesem Bewegungsprogramm. Über 80 Prozent der Männer und fast 90 Prozent der Frauen gaben an, dass sich ihr Wohlbefinden durch den Sport gebessert habe. Eine Gewichtsreduktion nach sechs Monaten Therapie konnten über 70 Prozent der Männer und fast 80 Prozent der Frauen vermelden. Bei etwa einem Drittel der Patienten konnte die antidiabetische Medikation reduziert werden.

"Die bisherigen Ergebnisse unserer Studie", betont Paschke, "belegen eindeutig, dass Sport langfristig als das wirksamste Medikament gegen Adipositas eingesetzt werden kann - und auch verordnet werden sollte."

Marlis Heinz