8. Sächsischer Impftag

Pressemitteilung vom 01.03.2004
Impfspezialisten aus ganz Deutschland beraten neueste Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten durch Impfen, u. a. die Position der STIKO zur Aufklärung vor dem Impfen.

Der 8. Sächsische Impftag führt auch in diesem Jahr wieder Infektionsspezialisten aus ganz Deutschland zusammen, um die brennendsten Fragen des Schutzes vor Infektionskrankheiten durch Impfen zu diskutieren. In diesem Jahr stehen vier große Komplexe im Mittelpunkt des Impftages.

  1. Die Pflicht des Impfarztes, über Risiken einer Impfung aufzuklären. Dazu gibt es seit 2000 eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes, die nun von der Ständigen Impfkommission (STIKO) umgesetzt wurde. Prof. Dr. Wolfgang Raue, ehemaliger komm. Direktor der Universitätskinderklinik, wird die wichtigsten Kriterien darlegen und sich auch mit Krankheitserscheinungen auseinandersetzen, die in einem ungeklärten Zusammenhang mit der Impfung stehen.

  2. Die in der Bevölkerung immer wieder diskutierte Impfung gegen die Kinderlähmung (Polio) und die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) werden von Prof. Dr. Christel Hülße, Direktorin des Landesgesundheitsamtes Mecklenburg-Vorpommern, behandelt. Prof. Hülße stellt die Empfehlungen der STIKO dazu vor, die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Der Keuchhusten ist eine der gefährlichsten Krankheiten für Säuglinge und Kleinkinder, die aber auch Erwachsene bekommen können.

  3. Prof. Dr. Siegwart Bigl, u. a. Leiter der Sächsischen Impfkommission, wendet sich der Problematik bakterieller Erkrankungen zu, konkret den durch Meningokokken ausgelösten schweren Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. Da nicht alle Serotypen durch eine Impfung zu neutralisieren sind, werden auch Möglichkeiten einer "Herdbekämpfung" mit angeführt. Darunter verstehen die Infektologen eine gezielte Antibiotikaprophylaxe nach Kontakten mit erkrankten Personen.

  4. Dem Problem der Impfung von chronisch Kranken und Behinderten widmet sich Prof. Dr. Volker Schuster, Leiter der Poliklinik für Kinder und Jugendliche an der Universitätskinderklinik. Das Risiko für schwere Verläufe von Infektionskrankheiten ist bei diesen Patienten besonders hoch. Auch die Grundkrankheit kann sich verschlimmern. Das betrifft Transplantierte, Patienten mit Stoffwechselerkrankungen, Allergiker und Patienten mit Hepatitis und anderen chronischen Organerkrankungen. Vorbeugende Impfungen sind in diesen Fällen besonders zu empfehlen.