Kunst und Krebs

Pressemitteilung vom 24.02.2004
Diaschau und Künstlervortrag im Rahmen der Reihe "Kunst und Krebs" mit Thorsten Streichardt (Berlin) Wir laden das interessierte Publikum ein, an der Veranstaltung teilzunehmen. Der Künstler steht selbstverständlich gern für Fragen und Gespräche zur Verfügung.
Zeit 02. März 2004, 20:00 Uhr
Ort Gartenpavillon
Mendelssohn-Haus in Leipzig
Goldschmidtstraße 12

Es ist der zweite Künstlervortrag in der Reihe "Kunst und Krebs", die die Psychosoziale Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige der Universität Leipzig im Herbst letzten Jahres initiiert hat. Zu Wort kommen Künstler, die aus eigener Krankheitserfahrung über ihre Kunst und deren Veränderungen durch die Erkrankung berichten.

Kunstinteressierte, Betroffene, Experten aus Medizin und Kunst erhalten so einen Einblick in die individuellen und vielfältigen Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung.

Der Künstler hat im Jahre 2002 - in einer Krankheitsphase - im U-Bahnhof Reichstag in der Ausstellung "Fraktale III" in Berlin die künstlerische Arbeit "Maus" realisiert.
Hierbei verarbeitet er Unmengen von Hausstaub, und setzt damit der... "berühmten Wollmaus ein monumentales Denkmal ca. 10 x 2,5 x 3m). Er will so daran erinner, dass Reste bzw. Abfälle organischen Lebens und anorganischer
Strukturen den Boden bereiten für neue Organismen wie Milben, Bakterien, Pilze und Ähnliches. Die Transformation von Abgestorbenem zu neuen Existenzen beschreibt auch einen transzendentalen Prozess." (Zitat aus seinen Internetseiten: www.regioartline.de/regioartline/aktuell/archiv/oktober02/fractale.htm
Unter Tage eröffnet sich der Kosmos/Die Fraktale III: Zeitgenössische Kunst 2000-2002 von Matthias Reichelt)

Statement des Künstlers:
"In meinen Arbeiten geht es um Natur. Ausgangspunkte dafür sind Materialien und Dinge, mit denen wir täglich zu tun haben, vor allem technisch, industriell hergestellte Waren, wie Papier, Spanplatte, Glas oder ein Aktenvernichter. Aber ich verwende auch eher dem Natürlichen zugeordnetes Material, wie Wasser oder Hausstaub, der mit seiner komplexen Mischung so etwas wie eine aktuelle Ursuppe ist. Durch einen abwegigen, aber sachgerechten Einsatz der jeweiligen Mittel versuche ich ein Naturverhältnis zu entwickeln, in dem Natur immer konstruiert ist und das Technische natürlich funktioniert. Von einem Gegensatz von Natur und Technik kann keine Rede sein."" (Thorsten Streichardt)

Biografie des Künstlers:
geboren 1967 in Harsewinkel
1988-91 Lehre als Steinmetz und -bildhauer
1991-96 Kunststudium Kunsthochschule Kassel bei Alf Schuler
lebt seit 1993 in Berlin

Einzelausstellungen:
1992 Kasseler Kunstverein (Studio) 1995 Quelle, Pfütze, Regen, Nebel, EAM, Kassel 1997 Hülle und Fülle, Vitrinen am Haus des Lehrers, Berlin 1998, TOR, Abgußsammlung antiker Plastik, Berlin 1999, Wald in progress, Produzentengalerie Kassel 2000, Strich & Faden, museumsakademie berlin, mit Asa Elzén 2000, Wald in progress, Berlin 2001, wald cube, museumsakademie berlin 2001, Plasteplatz, Lohmen, 2002 Arbeiten im Büro, coop, Berlin, mit Martina Geccelli

Gruppenausstellungen:
1996 Breite Straße, Galerie Pankow, Berlin, 1997 einsehen, Kasseler Kunstverein, 1998 Artbridge - Kunstbrücke, café gallery, London 1999, Grüne Neune, Westfälischer Kunstverein, Münster 1999, Arbeiten auf Papier, museumsakademie berlin 2000, Ark 2000, Dilston Grove, London, Plusminus, Neues Kunsthaus Ahrenshoop, 2001 Skulpturen IX, GEHAG-Forum Berlin, TOP 100, museumsakademie berlin, 2002 weiss-weiss-Kollektion, weiss Kunstbewegung, Aquaria, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz und Kunstsammlungen Chemnitz, Fraktale III, U-Bahnhof Reichstag, Berlin

Stipendien:
1993 Stipendium des Cusanuswerks, 1994 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, 1995 Studienabschlußstipendium des Otto-Braun-Fond, 1998 artist in residence, Artbridge - Kunstbrücke, London, 2000 Projektförderung des Berliner Senat für Wald in progress.