BrustBILDER. Vom Schönheitsideal zur Realfrau

Pressemitteilung vom 26.01.2004
Eine Ausstellung zur Repräsentation des weiblichen Körpers in Kunst und GesellschaftEröffnung der Ausstellung: 28. Januar 2004, 16:00 Uhr
Zeit 28. Januar 2004 bis 19. Februar 2004
Ort Neues Rathaus der Stadt Leipzig
Untere Wandelhalle
Martin-Luther-Ring 4-6

Die Repräsentation des weiblichen Körpers hat einen bedeutenden Stellenwert in der Kunstgeschichte. Die weibliche Brust erscheint uns allgegenwärtig: Jeden Tag sehen wir in den Medien sexualisierte Brustdarstellungen. Sowohl historisch als auch zeitgenössisch wurde und wird das Frausein und insbesondere ihre weibliche erotische Anziehungskraft vorrangig durch die Brust definiert. In Fortsetzung dieses historischen Konzeptes propagieren auch heute die Medien ein weibliches Schönheitsideal, welches maßgeblich über die Brust dargestellt wird. Die kranke Brust hingegen hat in dieser Welt der Schönheitsillusionen keinen Platz. Dieses Tabu zu brechen, unterstützende Strategien zum Umgang mit der kranken Brust aufzuzeigen und die Angst vor der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper abbauen zu helfen, ist Anliegen der Ausstellung, die man sich unbedingt anschauen sollte.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die symbolischen Bedeutungen, die die Brust in der westlichen Welt im Laufe der Geschichte erfahren hat. Dabei dient die Kunst-, Sozial- und Medizingeschichte als Wegweiser. Bilder aus den vergangenen Jahrhunderten belegen, wie schnell sich die Schönheitsideale ändern. Die Werke zeitgenössischer Künstlerinnen zeigen ein neues Körper(selbst)bewusstsein. Sie hinterfragen bisherige Schönheitsmythen und regen zum medizinischen und gesellschaftlichen Umdenken an.

Die Ausstellungseröffnung ist ein erster Höhepunkt. Anwesend sind Frauen und Männer, denen die Ausstellung am Herzen liegt. So können wir uns u. a. freuen auf Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha, Direktorin des Karl-Sudhoff-Institutes für Geschichte der Medizin und Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt, Leiterin der Leitstelle zur Gleichstellung von Mann und Frau im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesundheit, aber auch auf den Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Leipzig, Prof. Dr. Martin Schlegel und den Direktor der Universitätsfrauenklinik (Triersches Institut), Prof. Dr. Dr. Michael Höckel.

Als Frauenarzt sieht Prof. Höckel die Ausstellung auch als Unterstützung seiner Arbeit mit Frauen an, die auf Grund der häufigsten bösartigen Erkrankung von Frauen, dem Brustkrebs, eine Brust verloren haben. "Mit einer für viele Frauen neuen Sicht auf ihren eigenen Körper und auf ihr Selbst kann diese Ausstellung helfen, dass die betroffenen Frauen ihr inneres Gleichgewicht wiederfinden. Und eine stabile psychische Verfassung stärkt die Kraft, die diese Frauen für den Kampf mit ihrer Krankheit so dringend brauchen."