"Maschinerie des Lebens"

Pressemitteilung vom 22.01.2004
Eine Ausstellung am Max-Bürger-Forschungszentrum zeigt das Leben von einer ganz unbekannten Seite. Prof. Frank Emmrich, Direktor des Instituts für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Leipzig, wird die Ausstellung eröffnen.
Zeit 23. Januar 2004, 17:00 Uhr
Ort Max-Bürger-Forschungszentrum
Johannisallee 30

Moderne Computergrafik ermöglicht es, fantastische Welten zu schöpfen, aber auch Realitäten visuell erfahrbar zu machen, die bis dato unserem Auge verschlossen waren. Zellen und Gewebe sind nur unter dem Mikroskop für den Experten in zwei Ebenen sichtbar zu machen. Moleküle können nur mit erheblichem Aufwand und Einschränkungen sichtbar gemacht werden. Mittlerweile gibt es jedoch andere Wege, die Schönheit der kleinsten Bausteine biologischen Lebens erfahrbar zu machen.

"Claus Stöpel zeigt uns auf eindrucksvolle Weise die ästhetische Dimension der Moleküle und Zellen, mit denen wir uns als Mediziner und Forscher beschäftigen.", sagt Prof. Emmrich, Direktor des Institutes für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin.

"Leben ist nur möglich, wenn auch im Mikrokosmos der Moleküle Ordnung herrscht." Ordnung aber benötigt Strukturen und diese sehen wir in eindrucksvoller Weise in den 10 farbigen Bildern, die am Computer entstanden sind.

Dreidimensionales Denken und ein besonderes Empfinden für die Ästhetik der Form ist gemeinhin Architekten zu eigen. Insofern hat es sich glücklich gefügt, dass ein junger Architekt nach seinem Studium an der HTWK Leipzig zunehmend Interesse für Biologie und Immunologie gewann. Seit über zwei Jahren beschäftigt sich der Leipziger Claus Stöpel, geb. 1972, mit der Darstellung von Elementen und Vorgängen in lebenden Zellen. Auch mit bekannten Hilfsmitteln sind sie nicht für das menschliche Auge in dieser Form sichtbar zu machen.

Insofern gilt es, das bekannte Wissen mit Phantasie zu verbinden und durch Texturierung und Farbgebung überzeugend zu interpretieren. Claus Stöpel löst die ausgewählten Makromoleküle und Zellen aus ihrem komplexen Umfeld heraus. Die Computergrafiken gewinnen dadurch an Tiefe und Dimensionen.

Der Mikrokosmos entwickelt magische Anziehungskräfte auf diejenigen, die in seine Geheimnisse eindringen: seit 2003 studiert Claus Stöpel Biochemie an der Universität Leipzig.

Claus Stöpel