Renommierter Preis für Leipziger Nuklearmediziner

Pressemitteilung vom 23.12.2005
Der KFAS-Prize für den besten Forscher arabischer Herkunft wurde jetzt an den Nuklearmediziner Prof. Osama Sabri, Universität Leipzig, verliehen. Er erhielt diesen renommierten Preis für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet "Applied-Sciences: Nuklearmedizin".

Mit einer Preissumme von 105.000 US-Dollar handelt es sich wohl um den weltweit höchstdotierten Preis im Fachgebiet Nuklearmedizin.

Der von der Kuwait Foundation for the Advancement of Sciences (KFAS) verliehene hochrangigste Wissenschaftspreis der arabischen Welt, der KFAS-Prize, wurde jetzt in Kuwait vom kuwaitischen Premierminister Sheikh Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah im Rahmen einer feierlichen Preiszeremonie persönlich an Prof. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig, übergeben. Prof. Sabri erhielt die hohe Auszeichnung, die in der wissenschaftlichen arabischen Welt auch als der "arabische Nobelpreis" bezeichnet wird, auf dem Gebiet "Applied-Sciences: Nuklearmedizin" für seine Arbeiten zu "Anwendungen von Neuro-PET und Neuro-SPECT in der neuropsychiatrischen Bildgebung von Demenz und Schizophrenie", die in den letzten 15 Jahren erbracht wurden. Vor allem seine 113 Originalpublikationen in wichtigen wissenschaftlichen Zeitschriften wie Lancet und Stroke bildeten eine wesentliche Grundlage für die Wahl der Jury. Der Leipziger Wissenschaftler konnte sich damit gegen die sehr starke internationale Konkurrenz, insbesondere aus den USA, durchsetzen.

Ehre für die Leipziger Universität

Der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung des hohen Niveaus der wissenschaftlichen Arbeit der Leipziger Nuklearmedizin und eine Ehre für die Leipziger Universität. "Dieser Preis zeigt auch, dass international sehr genau verfolgt wird, wo wissenschaftliche Spitzenleistungen erbracht werden. Die Universität Leipzig ist stolz darauf, Prof. Sabri in ihren Reihen zu haben."

Der 42-jährige Mediziner selbst zeigte sich von der Ehrung tief bewegt und überglücklich: "Diese hohe Auszeichnung ist die Krönung meines bisherigen wissenschaftlichen Werkes. Der Preis, der nicht nur in der arabischen Welt, sondern vor allem auch in den USA sehr renommiert ist, bedeutet einen wichtigen Motivationsschub für den Wissenschaftsstandort Leipzig und natürlich auch für unser PET-Zentrum, das auf eine noch junge und unter den speziellen regionalen Bedingungen nicht immer einfache Entwicklung zurückblickt." Sabri betonte, dass das Leipziger PET-Zentrum den modernsten Einrichtungen seiner Art in Deutschland zähle. Das wissenschaftliche Know-how und die Motivation seiner Mitarbeiter sei hervorragend. Er sei daher zuversichtlich, die wissenschaftliche Arbeit, die sich u. a. mit der Erforschung der Datenübertragung von Nervenzellen anhand von radioaktiv markierten Botenstoffen befasst, weiter vorantreiben zu können. Dankbar verweist Sabri aber auch an die Universitätsklinik für Nuklearmedizin Aachen, in der er seine ersten wissenschaftlichen Meriten erwarb.

Preisvergabe ist beste Bestätigung für die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit

Auch die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig freue sich sehr, so Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Dekan der Fakultät, dass einer ihrer Lehrstuhlinhaber auf diese Weise ausgezeichnet wurde. "Wissenschaftliche Bestleistungen sind das wichtigste Erfolgskriterium für eine Forschungseinrichtung. Eine bessere Bestätigung als den KFAS-Preis für seine Forschungstätigkeit kann es kaum geben. Ich sehe in dieser Ehrung von Professor Sabri auch eine weitere Bestätigung dafür, dass sich die Medizinische Fakultät Leipzig mit der Entscheidung zusammen mit dem Klinikum ein PET - Zentrum auf- und auszubauen auf dem richtigen Weg befindet."

Der Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig beglückwünschte den Preisträger. "Die Auszeichnung Prof. Sabris mit dem KFAS-Preis ist eine hervorragende Würdigung eines Wissenschaftlers, der auf seinem Fachgebiet mit Beharrlichkeit und Erfolg seit vielen Jahren forscht. Wir sind stolz darauf, Prof. Sabri hier in Leipzig zu haben und freuen uns, ihm und seinem Team ein sehr gutes Umfeld für seine Tätigkeit bieten zu können", betonte Matthias Wokittel, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums.

KFAS - älteste und renommierteste wissenschaftliche Einrichtung der arabischen Welt

Die KFAS wurde 1976 vom Emir Kuwaits, Sheikh Jaber Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, gegründet - in Anlehnung an die bekannte American Association for the Advancement of Science (AAAS), die die wissenschaftliche Zeitschrift "Science" herausgibt. Sie ist damit die älteste und renommierteste wissenschaftliche Organisation der gesamten arabischen Welt.

Neben landestypischen wissenschaftlichen Auszeichnungen (sog. "Awards") für kuwaitische Staatsbürger wird von der KFAS als bedeutsamster Preis der KFAS-Prize für den weltweit besten arabisch-stämmigen Forscher in fünf Kategorien verliehen (Basic Sciences, Applied Sciences, Economic and Social Sciences, Arts and Literature und Arabic and Islamic Scientific Heritage). Hierbei wird jährlich jeweils eine Disziplin innerhalb der fünf Kategorien (z. B. Chemie in Basic Sciences oder Nuklearmedizin für Applied Sciences) für den Preis ausgewählt. Ein jeweils disziplinspezifisches internationales Preis-Komitee entscheidet hierbei anhand der wissenschaftlichen Errungenschaften in der betreffenden Fachdisziplin der letzten 15 Jahre über die Preisvergabe.

2005 wurde der Preis in drei Kategorien vergeben (Basic Sciences: Meeresbiologie, Applied Sciences: Nuklearmedizin und Economic and Social Sciences: Entwicklung und ökonomische Restrukturierung der arabischen Welt): Für die anderen zwei Kategorien wurde der Preis nicht vergeben, da die wissenschaftlichen Errungenschaften der nominierten Kandidaten als nicht ausreichend für die hohen Standards dieses Preises bewertet wurden.

PS: Umfangreiche Erläuterungen zum PET (Positronen-Emissions-Tomograf) finden Sie u. a. in der Pressemitteilung des Universitätsklinikums Leipzig "Hochmodernes PET-Zentrum am Universitätsklinikum Leipzig eröffnet." vom 04.06.2003.

Dr. Bärbel Adams und Heiko Leske