Pharmakologin räumt Fehler ein

Pressemitteilung vom 02.12.2005

Ehe die Ständige Kommission der Universität Leipzig zur Untersuchung von Vorwürfen des wissenschaftlichen Fehlverhaltens Mitte Dezember sich mit der wissenschaftlich beanstandeten Arbeit, der ein Beweis der Wirksamkeit homöopathischer Präparate nachgesagt wird, abschließend befasst, einschließlich der daraus abzuleitenden Konsequenzen, hat sich bereits die Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie des Themas angenommen. Im Ergebnis dessen hat Frau Prof. Nieber ihren Anteil an dem für die Studie verliehenen Hans Heinrich Reckeweg-Preis zurückgegeben. Des Weiteren hat sie eine entsprechende Reaktion, ein Erratum, gegenüber dem Herausgeber der Zeitschrift "Biologische Medizin", in der der inkriminierte Beitrag "In vitro Testung von homöopathischen Verbindungen" erschienen war, angezeigt.
Dekanin Prof. Beck-Sickinger informierte, dass Frau Nieber aufgrund der Diskussionen in den letzten Monaten, der Auswertung unabhängiger Fachgutachten und nach einer nochmaligen Prüfung aller Daten Fehler bei der Gestaltung der Versuchsdurchführung und der Auswertung eingeräumt hat. Das betreffe vor allem das Fehlen von notwendigen Kontrollversuchen und das Nichteinbeziehen aller erhobenen Daten in die statistische Auswertung bei einigen Messreihen. Frau Nieber habe selbst eingestanden, dass ihr diese Mängel bei der Abfassung und Begutachtung der in ihrer Arbeitsgruppe entstandenen Arbeiten hätten auffallen müssen.
Frau Prof. Nieber hat weiter erklärt, dass sie und ihre Mitarbeiter in den zurückliegenden Wochen und Monaten die Methode der isolierten Kontraktionsmessung und die statistische Datenauswertung umgestellt und optimiert haben, um unbelastet andere Forschungsaufgaben angehen zu können.