Nikotinpflaster gegen Parkinson – UKL sucht Studienteilnehmer

NIC-PD Studie untersucht neue Behandlungsmethode

Pressemitteilung vom 10.12.2012
Leipzig. Parkinson lässt sich bisher nicht heilen und nicht aufhalten. Lediglich die Symptome wie Bewegungsverlangsamung, Zittern und Steifigkeit können gelindert werden. Ein neuer Behandlungsansatz dazu ist jetzt Gegenstand einer klinischen Studie: Medizinforscher, darunter auch Neurologen des UKL, wollen untersuchen, ob sich mit Nikotinpflastern die Nervenerkrankung beeinflussen lässt. Dazu startet jetzt eine vom Kompetenznetz Parkinson getragene transatlantische Studie, für die auch am Universitätsklinikum Leipzig Teilnehmer gesucht werden.

Die Betroffenen sollten gerade erst die Diagnose erhalten haben und noch keine schwerwiegenden Symptome aufweisen. „Es ist wichtig, dass die Patienten sich in einem frühen Stadium befinden und noch keine Behandlung begonnen hat, damit wir gleichsam neu bei Null starten können", erklärt Prof. Joseph Claßen, Direktor der UKL-Klinik für Neurologie und Leiter der Leipziger Studiengruppe. Elf Zentren in Deutschland und weitere 10-20 Zentren in den USA beteiligen sich an dieser „NIC-PD" genannten Studie, in der etwa 150 Parkinsonpatienten über ein Jahr untersucht werden sollen, und die von Marburg aus koordiniert wird.

Ziel der Untersuchung ist es, endlich einen Weg zu finden, um das Fortschreiten der Parkinsonerkrankung aufzuhalten. Das dabei untersuchte Verfahren ist denkbar einfach: Die Probanden erhalten täglich ein Nikotinpflaster, eine Vergleichsgruppe ein Placebo-(Scheinmedikament-) Pflaster. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird anhand der Beweglichkeit geprüft, ob sich die Erkrankung abbremsen lässt. Der Ansatz basiert auf der kuriosen Beobachtung, dass Raucher trotz der auch bei ihnen eintretenden negativen Wirkungen des Rauchens offenbar besser vor Parkinson geschützt sind und somit deutlich seltener an Parkinson erkranken. Das aufgenommene Nikotin könnte in seinen Effekten auf Gehirn und Beweglichkeit ein Grund dafür sein.

Die Ärzte hoffen, so Erkenntnisse zu gewinnen, wie ein Fortschreiten der Erkrankung beeinflusst werden könnte. „Es gibt bisher wenig, was wir gegen das Fortschreiten der Parkinsonkrankheit tun können", resümiert Prof. Claßen. „Sollte sich zeigen, dass wir mit Nikotinpflastern diese Erkrankung beeinflussen können, wäre das nicht nur ein sehr einfacher und unkomplizierter Weg, sondern vielleicht der erste Ansatz überhaupt, Parkinson etwas entgegensetzen zu können."

Als Studienteilnehmer kommen alle Parkinsonpatienten in Frage, die sich in einem frühen Stadium mit sehr leichten Symptomen befinden und noch keine Behandlung begonnen haben. Ansprechpartner ist die Klinik für Neurologie.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.