Internationales Symposium zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege

Pressemitteilung vom 11.10.2005
Spezialisten aus aller Welt sind zum Symposium "Innovationen und Standards in der Behandlung pankreato-biliärer Erkrankungen" an der Universität Leipzig zu Gast. Sie wollen neueste Erkenntnisse zu Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegserkrankungen diskutieren und aktuelle Behandlungsrichtlinien definieren. Anlässlich des Symposiums erhält der bekannte Transplantationschirurg Prof. Hans W. Sollinger aus Madison/USA die Ehrendoktorwürde.Die Verleihung der Ehrendoktorwürde findet statt am Freitag, den 21. Oktober 2005, um 12:30 Uhr, gleicher Ort.
Zeit 21. Oktober 2005 bis 22. Oktober 2005
Ort Hörsaal des Operativen Zentrums
Liebigstraße 20

Die Bauchspeicheldrüse - ein multifunktionales Organ

Der Laie kennt die Bauchspeicheldrüse meist nur als Produktionsart des Hormons Insulin, das für die Blutzuckerregulation verantwortlich ist. Die gelbliche, bis zu 120 Gramm schwere längliche Drüse hinter dem Magen kann aber mehr: Die von ihr produzierten Enzyme zerlegen unsere Nahrung in kleinste Bausteine, damit sie verdaut werden kann. Da ein Teil des Gallengangs in der Bauchspeicheldrüse liegt sind die beiden Organe, Bauchspeicheldrüse und Gallewege, besonders eng miteinander verbunden, so dass man auch ihre Erkrankungen im Zusammenhang sehen muss. Die Mediziner sprechen deshalb von pankreato-biliären Erkrankungen (Pankreas = Bauchspeicheldrüse; bilis = Galle)

Interdisziplinärer Ansatz

Ausgangspunkt des Symposiums ist sein interdisziplinärer Ansatz: Internisten und Chirurgen diskutieren einzelne Aspekte verschiedener Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sowie der Gallenwege, zeigen Innovationen auf und definieren aktuelle Behandlungsrichtlinien. Im Zentrum der Diskussionen sollen dabei die Bauchspeicheldrüsenentzündung und ihre kombinierten Therapieansätze und der gefürchtete, weil oft erst spät erkannte, Bauchspeicheldrüsenkrebs stehen. "Durch eine optimierte Chirurgie zusammen mit einer multimodalen internistischen Behandlung kann die Prognose bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessert werden.", erklärt Prof. Dr. Helmut Witzigmann, Chirurgische Klinik und Poliklinik II, der das Symposiums organisiert gemeinsam mit Prof. Dr. Volker Keim, Medizinische Klinik und Poliklinik II. "Optimale Ergebnisse können an spezialisierten Zentren erreicht werden, an denen Gastroenterologen und Chirurgen Hand in Hand arbeiten."

Sollinger - ein Pionier der Bauchspeicheldrüsentransplantation

Ein Höhepunkt ist eine Sitzung zur Pankreas- und Inseltransplantation, in der Prof. Hans W. Sollinger aus Madison / USA die State-of-the-art Vorlesung halten wird. Sollinger erhält auch die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig für seine Verdienste auf dem Gebiet Pankreastransplantation, für die er weltweit eine Vorreiterrolle innehatte. Die von ihm entwickelte sogenannte Blasendrainagentechnik, bei der die Bauchspeicheldrüse direkt an die Blase angeschlossen wird, war der Durchbruch für die Pankreastransplantation, weil damit die Komplikationsrate wesentlich gesenkt werden konnte. Sollinger unterstützte auch maßgeblich den Aufbau des Pankreas-Transplantationsprogramms an der Universität Leipzig, das 1998 begann.

Hans W. Sollinger, der in München geboren wurde und dort auch studierte, leitet heute die Transplantationsabteilung der University of Wisconsin in Madison/USA.