Hirnforscher suchen nach Ursachen von neurodegenerativen Erkrankungen

Pressemitteilung vom 29.09.2005
Das Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig lädt Wissenschaftler aus aller Welt nach Leipzig ein, um den Ursachen von Hirnschädigungen auf die Spur zu kommen. Im Zentrum der internationalen Konferenz stehen molekulare Mechanismen, die zu frühzeitigem Neuronenverlust und dadurch bedingten Hirnschädigungen führen können. Diskutiert werden auch neueste Therapieansätze.
Zeit 06. Oktober 2005 bis 08. Oktober 2005
Ort Bio City Leipzig
Deutscher Platz 5

"Neuronale Signalübermittlung im normalen und im kranken Hirn" ist das Thema einer internationalen Konferenz, zu der das Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung nach Leipzig einlädt.

Fehler in der Signalverarbeitung sind Ursache von Alzheimer und Parkinson

"Fehler in der neuronalen Signalverarbeitung spielen eine wichtige Rolle bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie Alzheimersche und Parkinsonsche Erkrankung, aber auch Bewegungsstörungen und periphere Neuropathien. Diese umfassen die Teile des Nervensystems, die außerhalb von Gehirn oder Rückenmark liegen.", erläutert Prof. Dr. Reinhard Schliebs, wissenschaftlicher Leiter der Tagung am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig. "Unabhängig davon, ob solche Defizite einen primären Defekt darstellen oder ob sie eine Folge anderer pathologischer Veränderungen sind - die genauen Kenntnisse der zwischen und innerhalb von Nervenzellen ablaufenden Signalkaskaden sind von großer Wichtigkeit, um in solche Kaskaden therapeutisch eingreifen und medikamentöse Strategien ableiten zu können."

Hoher Stellenwert der Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen

Bisher liegen schon über 120 Anmeldungen, davon etwa ein Viertel aus dem Ausland, vor, was zeigt, welch hoher Stellenwert der Aufklärung und Diskussion von Fragen neurodegenerativer Hirnerkrankungen beigemessen wird. In vier Symposien stellen renommierte Experten ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Sie kommen aus Deutschland, Belgien, Großbritannien, Israel, Finnland, den Niederlanden, Schweden, Spanien, Italien sowie aus den USA.

Zusätzlich werden ausführliche Poster-Präsentationen veranstaltet, bei denen unterschiedliche Aspekte der Neurochemie und Neurowissenschaften dargestellt und die neuesten Entwicklungen in der Forschung ausgiebig diskutiert werden - eine gute Gelegenheit auch für Studenten und Nachwuchswissenschaftler mit Experten und Kollegen ins Gespräch zu kommen. Kontakte zwischen älteren, erfahrenen und jungen Nachwuchswissenschaftlern sowie Doktoranden herzustellen, gehört zur Tradition der Jahrestagungen der Studiengruppe Neurochemie innerhalb der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM).

Anlässlich des dreitägigen Kongresses wird auch ein Sonderheft des "International Journal of Developmental Neuroscience" erscheinen, in dem die Schwerpunkte der Tagung nachzulesen sind.