Ein wandelndes Beispiel für die eigene Theorie

Pressemitteilung vom 14.07.2005
Der Leipziger Sportmediziner Prof. Dr. med. Dr. h.c. Kurt Tittel feiert am 19. Juli 2005 seinen 85. Geburtstag. Seine funktionelle Herangehensweise an die Anatomie des menschlichen Stütz- und Bewegungssystems war sowohl aus medizinischer als auch aus sportwissenschaftlicher Sicht richtungweisend und von außerordentlicher Wirksamkeit für die Sportpraxis.

Wenn man ihn sieht oder spricht, will man ihm seine 85 Jahre kaum abnehmen. Seine volle Stimme, die gerade Haltung, sein sicherer Gang, seine dynamische Ausstrahlung - mit einem Greis hat man es nicht zu tun, wenn man ihm begegnet. Beeindruckend demonstriert er die Praxiswirksamkeit seiner Forschungsergebnisse zur geistigen und körperlichen Fitness. Getreu der Volksweisheit, dass Rentner niemals Zeit haben, ist er auch 20 Jahre nach seiner Emeritierung noch unermüdlich tätig, sei es als Vorsitzender des "Forums gesunder Rücken" oder als Schriftleiter der "Säule", in der er natürlich auch mit eigenen Beträgen vertreten ist.

"Kurt Tittel kann voller Stolz auf ein Lebenswerk zurückblicken, dass zum renommierten Namen der Leipziger Sportwissenschaft beitrug.", erklärt der Dekan der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, Prof. Dr. Jürgen Krug. "Sein funktionelles Verständnis der Anatomie des Stütz- und Bewegungsapparates hat sich international durchgesetzt und prägt die Sportmedizin bis heute. Sie war und ist richtungweisend auch für die Sportpraxis."

Die wissenschaftlichen Leistungen Tittels schlugen sich in fast 500 Publikationen nieder. Am bekanntesten ist wohl seine "Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen", die erstmals 1956 und 2003 in der 14. Auflage erschien. Generationen von Studenten lernten Prof. Kurt Tittel als exzellenten und passionierten Hochschullehrer kennen und schätzen.

In vielen nationalen und internationalen Gremien brachte er seine Kenntnisse und Erfahrungen ein, z. B. als langjähriges Mitglied des Exekutivkommitees und Leiter der Wissenschaftskommission der International Federation of Sports Medicine sowie als Mitglied im Publishing Advisory Commitee des IOC. Zu den zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen, die ihm für seine Leistungen zuteil wurden, gehören der Philip-Noel-Baker-Forschungspreis, der Wissenschaftspreis der Sportakademie der USA, der Wissenschaftspreis des IOC und die erst 2002 verliehene Goldmedaille der International Federation of Sports Medicine (FIMS). Die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig hat 1996 seine Verdienste mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde gewürdigt.