Die Echokardiographie - unersetzbar, jedoch aktuell unterschätzt!

Pressemitteilung vom 08.06.2005
Das 2. Leipziger Echokardiographie-Symposium in Leipzig setzt sich auseinander mit der Bedeutung der Echokardiographie für die Diagnose bestimmter Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern, Blutkrebs, Herzklappenerkrankungen, Herzinfarkt, Verengung der Aorta und Herzinsuffizienz. Außerdem diskutieren die Spezialisten die Frage: Wohin steuert die Echokardiographie nach der Gesundheitsreform in Deutschland?
Zeit 24. Juni 2005 bis 25. Juni 2005
Ort Hörsaal Operatives Zentrum
Liebigstraße 20

Zum unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie stehendem Leipziger Echokardiographiesymposium, das von Prof. Dr. med. Andreas Hagendorff, Medizinische Klinik und PoliklinikI der Universität Leipzig, organisiert wird, kommen international anerkannte Referenten, um neueste Entwicklungen vorzustellen und aktuelle Fragen des Fachgebietes zu diskutieren. Auch die Frage nach dem Stellenwert der Echokardiographie wird neu gestellt.

"Die Echokardiographie ist das Stethoskop des modernen Kardiologen", meint Prof. Hagendorff. "Jeder Patient wird in der Regel schonend, einfach, schnell, korrekt und nicht zuletzt kostengünstig untersucht." Voraussetzung: Der Echokardiograph versteht sein Handwerk. Hierzu beizutragen, ist eines der Ziele des Symposiums. Ein Anwenderseminar im Anschluss an das Symposium soll dieses Anliegen unterstützen.

Des weiteren plädiert Prof. Hagendorff für qualitativ einwandfreie Echokardiographie-Labore, die mit modernen Geräten ausgestattet sind. "Solide Ausbildung und Geräte nach neuesten Standards garantieren die Qualität echokardiographischer Untersuchungen." Da es sich um eine nichtinvasive Methode handelt, sei sie bereits heute vielen invasiven Eingriffen vorzuziehen. "In absehbarer Zukunft könnte die Echokardiographie z. B. Koronarinterventionen durchaus den Rang ablaufen.", so Hagendorff. Dazu komme die erhebliche Kosteneinsparung, die durch die Echokardiographie gegeben sei.

Allerdings hätte die Echokardiographie mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie ist in Deutschland z. B. keine vergütungs-relevante Zusatzleistung. Das ist für ein Krankenhaus von Bedeutung, da nach DRGs (diagnosis related group) die erbrachten Leistungen vergütet werden und nicht mehr nur der Tag im Krankenhaus pauschal abgegolten wird. Den Rückgang des daraus resultierenden wissenschaftlichen Interesses an der Echokardiographie zeigte bereits der diesjährige Kardiologenkongress, der nur noch 50 Prozent der üblichen Vortragsanmeldungen zum Bereich Echokardiographie zu verzeichnen hatte.

Im Interesse des Patienten müsse man aber die Echokardiographie wieder ins rechte Licht rücken, ist Hagendorff überzeugt. "Dem kann nur durch andere Rahmenbedingungen an Krankenhäusern, eine bundesweiten Modernisierung des Gerätestandards und durch eine fundierte qualifizierte Fortbildung in der Echokardiographie entsprochen werden."

PS: Interessierte Kollegen, die tiefer in die Problematik einsteigen wollen, sind herzlich eingeladen zu einem vertiefenden Gespräch mit Prof. Andreas Hagendorff, Prof. Dietrich Pfeiffer, Leiter der Abteilung Kardiologie-Angiologie der Medizinischen Klinik der Universität Leipzig, und PD Dr. Georg Kneissl, Kardiologe und BNK-Sprecher. Als Gesprächstermin wird der 24.6.2005, 10:00 Uhr, am Veranstaltungsort vorgeschlagen. Bitte melden Sie sich dafür unter den unten angegebenen Nummern oder Mail-Adressen.