Posthume Ehrung für Volker Bigl

Pressemitteilung vom 18.05.2005
Auf einer Veranstaltung der Universität Leipzig wird Altmagnifizenz Prof. Dr. med. Dr. h. c. Volker Bigl, der am 24. März dieses Jahres verstorben ist, posthum geehrt. Seine Witwe, Frau Dr. Marina Bigl, wird aus den Händen von Staatsministerin Frau Barbara Ludwig das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das ihm am 4. März 2005 verliehen worden war, in Empfang nehmen. Gleichzeitig wird ihr die Urkunde zur Ehrenpromotion von Prof. Bigl durch die Medizinische Fakultät, die der Fakultätsrat im April 2004 beschlossen und der Senat der Universität im September befürwortet hatte, überreicht. (Eine Teilnahme ist nur über eine Einladung möglich.)
Zeit 25. Mai 2005, 17:00 Uhr
Ort Rektoratsgebäude
Alter Senatssaal
Ritterstraße 26

Das Bundesverdienstkreuz wurde Volker Bigl, wie es in der Begründung heißt, für seine herausragenden Verdienste auf naturwissenschaftlichem Gebiet, in Gremien der akademischen Selbstverwaltung sowie in hochschulpolitischen Angelegenheiten verliehen. "Die Erfolge, die er in Zusammenarbeit mit der akademischen Gemeinschaft erzielt hat, haben die Universität Leipzig entscheidend vorangebracht auf dem Weg weg vom Image einer kommunistischen Kaderuniversität. Dass sie heute wieder an ihren althergebrachten hervorragenden wissenschaftlichen Ruf national und international anknüpfen kann, ist im Wesentlichen das Verdienst von Prof. Dr. Bigl", heißt es wörtlich.

In dem vom Fakultätsrat einstimmig befürworteten Antrag von sechs Professoren auf Verleihung der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät an Volker Bigl wurde insbesondere der international anerkannte Hirnforscher gewürdigt. Er sei im deutschsprachigen Raum einer der Ersten gewesen, die sich mit der Erforschung der Alzheimerschen Erkrankung, einer zu Beginn der achtziger Jahre noch als sehr selten geltenden Erkrankung, beschäftigte. Seine Arbeiten trugen mit zu der einzig heute verfügbaren Behandlung der Erkrankung bei. Bereits damals erkannte er die gesundheitspolitische Tragweite des zu erwartenden drastischen Anstiegs der Prävalenz dieser Erkrankung und war unablässig bemüht, die Forschung auf diesem Gebiet auszubauen. Hervorgehoben wurde auch, dass sich Volker Bigl sofort nach der politischen Wende an der Umgestaltung der Medizinischen Fakultät und der Universität Leipzig insgesamt beteiligte. Auf die Entwicklung der Fakultät im Sinne einer Modernisierung und Ausrichtung auf die künftigen Anforderungen habe er wie kein zweiter Einfluss genommen. So hat er beispielsweise die leistungsabhängige Mittelverteilung an der Medizinischen Fakultät konsequent eingeführt. "Seine stets besonnene und um das Wohl des Ganzen bemühte Art hat es ermöglicht, unter schweren Bedingungen Bewährtes zu bewahren und dabei dennoch neue Wege zu gehen", wird unterstrichen.