Narbenfreie Heilung für Verbrennungsopfer

Pressemitteilung vom 13.05.2005
Neue regenerative Therapie lässt verbrannte Haut schneller und vor allem narbenfrei heilen / 2. Weltkongress für Regenerative Medizin in Leipzig bündelt aktuelle Forschung
Zeit 18. Mai 2005, 11:00 Uhr bis 20. Mai 2005
Ort Neue Messe Leipzig
Congress Center
Messeallee 1

Die Regenerative Medizin hat sich zum Ziel gesetzt, Krankheiten wirklich zu heilen, den Körper wieder so herzustellen, wie er vor der Erkrankung war. Das ist deutlich mehr als die Beendigung von Krankheiten und Bekämpfung ihrer Folgen, wie sie heute praktiziert wird. Auf dem 2. Weltkongress diskutieren mehr als 600 Wissenschaftler aus 30 Ländern aktuelle Forschungsergebnisse und klinische Anwendungen.

Prof. Dr. Hans-Günther Machens, aus Lübeck und Tagungspräsident Prof. Dr. Augustinus Bader aus Leipzig entwickeln eine Therapie für Verbrennungsopfer. Mit dem gezielten Einsatz humaner Wachstumsfaktoren, einem wichtigen Instrument der Regenerativen Medizin, gelingt es ihnen, verbrannte Haut doppelt so schnell und vor allem narbenfrei zu heilen. "Die Kliniker entdecken immer neue Möglichkeiten für regenerative Therapien", so Bader. "Der Ansatz, eigene adulte Stammzellen und Wachstumsfaktoren organspezifisch einzusetzen, bewährt sich. In den nächsten Jahren werden Wissenschaflter die ersten Therapien in die klinische Praxis überführen." Mitwachsende Herzklappen, Knorpel, Gelenke und die Regeneration von Organen wie der Leber etwa sind in der klinischen Forschung weit fortgeschritten.

"Millionen Menschen auf aller Welt warten auf Regenerative Therapien"
Prof. Dr. Xuetao Pei vom Pekinger Institut für Transfusionsmedizin und dem AMMS Stammzell-Forschungszentrum, erwartet vom Kongress vor allem Kooperationen für die Entwicklung Stammzell-basierte Therapien mit Forschungsgruppen und Unternehmen: "Für viele Krankheite, wie Parkinson, Herzleiden, Diabetes, Alzheimer, Krebs, schwere Verbrennungen, Rückenmarkserkrankungen und Geburtsmängel gibt es wenige oder überhaupt keine Behandlungsmöglichkeiten. Millionen von Patienten in aller Welt suchen nach Therapien. Deshalb denke ich, der Kongress wird für jeden wichtig sein, der die ganze Themenbreite rund um die Regenerative Medizin verstehen will: Politiker, Juristen, Wissenschaftler, Forscher, Lehrende und Studierende."

Auch gesundheitspolitisch setzt die Biomedizin Zeichen. Durch die Heilung mithilfe der Organregeneration lassen sich zum Beispiel Kosten für lebenslange Behandlung oder wiederholte Operationen an geschädigten Organen und Geweben vermeiden. Da die Regenerative Medizin ausschließlich adulte Stammzellen, also keine embryonalen, nutzt, ist sie ethisch unbedenklich.

Über den 2. Weltkongress für Regenerative Medizin
Auf dem 1. Weltkongress trafen sich im Oktober 2003 etwa 330 Wissenschaftler und Kliniker aus 23 Ländern. Aufbauend auf diesem Erfolg, ist der 2. Kongress erweitert worden. Das wissenschaftliche Programm der Tagung spiegelt das breite Spektrum der wissenschaftlichen Ansätze in der Regenerativen Medizin wider. Die Themenschwerpunkte reichen von technischen Fragen - wie der Entwicklung in Bioreaktoren für Gewebezüchtung über Regeneration von verschiedenen Gewebetypen und die Kommunikation der Zellen - bis zur Zukunft der Regenerativen Medizin. Ethische und rechtliche Fragen werden in die Tagung ebenfalls einbezogen. Für die Integration von Medizin und Biotechnologie in der Regenerativen Medizin ist das Zusammenspiel von Medizintechnik, Zellbiologie und Pharmazie sowie das Verstehen der Mechanismen der Geweberegeneration unverzichtbar. Teilnehmer werden deshalb Vertreter aller relevanten Bereiche sein: der Medizin, der Technik, der Biotechnologie und der Pharmaindustrie. Veranstaltet wird er von der Internationalen Stiftung für Regenerative Medizin gGmbH, die ihren Sitz bei Leipzig hat. Prof. Augustinus Bader ist Sprecher der wissenschaftlichen Beirates der Internationalen Stiftung Regenerative Medizin (gGmbH) und Initiator des Kongresses.