Wie beeinflusst Aufmerksamkeit unsere Wahrnehmung und unser tägliches Tun?

Pressemitteilung vom 03.05.2005
Unter den 14 neu bewilligten Graduiertenkollegs, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aus 70 Anträgen ausgewählt hat, befindet sich auch das Graduiertenkolleg "Funktion von Aufmerksamkeit bei kognitiven Prozessen" der Universität Leipzig. Damit werden an der Alma mater Lipsiensis insgesamt acht solcher Einrichtungen der Doktorandenausbildung durch die DFG gefördert.

In dem neuen interdisziplinären Kolleg sind die Fachgebiete Allgemeine Psychologie, Anthropologie, Kognitions- und Neurowissenschaften und Zoologie vertreten, institutionell gesehen durch die Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie der Universität Leipzig, die Max-Planck-Institute für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und München, das Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und das Universitätsklinikum Leipzig (Tagesklinik für kognitive Neurologie). Als Förderbeginn ist der 1. Oktober 2005 vorgesehen.

Graduiertenkolleg-Sprecher Prof. Dr. Matthias Müller vom Universitätsinstitut für Psychologie I bezeichnete die Bewilligung des Graduiertenkollegs als weitere Bestätigung für Leipzig als exzellenter Standort der Kognitions- und Neurowissenschaften. "Das Graduiertenkolleg bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, schon bestehende interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu fördern."

Zu den wissenschaftlichen Problemen, mit denen sich das neue Graduiertenkolleg beschäftigen wird, gehören bisher nur unzureichend erforschte Fragen wie diese: Wie verteilen sich die begrenzten Aufmerksamkeitsressourcen im menschlichen Gehirn bei hochkomplexen Prozessen wie Spracherwerb und Sprachverständnis, Gedächtnisbildung und Handlungskontrolle? Inwieweit werden andere Bereiche der Wahrnehmungsverarbeitung hiervon beeinträchtigt? Zur Beantwortung solcher Fragen wollen die Psychologen, Neurologen, Biologen und Zoologen Methoden der kognitiven Neurowissenschaften wie Gehirnstrommessungen (EEG) oder Bildgebung (fMRI) sowie Beobachtungsstudien mit Erwachsenen und Kindern gebündelt einbeziehen.