Weltgesundheitstag: Mutter und Kind - Gesundheit von Anfang an

Pressemitteilung vom 29.03.2005
Weltgesundheitstages am 7. April: Wir stellen ein Projekt von Universitätsfrauen und -kinderklinik vor, nach dem Frauen- und Kinderarzt schon während der Schwangerschaft gemeinsam entscheiden, was für Mutter und Kind das Beste ist. Die Leipziger Ärzte vergessen aber auch nicht das Schicksal von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern, z. B. in Äthiopien.

Am 7. April jeden Jahres findet der Weltgesundheitstag statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto: "Mutter und Kind - Gesundheit von Anfang an." Anlass für die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, ein Projekt von Universitätsfrauenklinik und Universitätskinderklinik vorzustellen, das die gemeinsame Betreuung von Schwangeren durch Mediziner verschiedenster Fachrichtungen beinhaltet. "Dieses Gemeinschaftsprojekt entspricht einem Grundsatz unserer Medizinischen Fakultät, interdisziplinär zu forschen und unsere Patientinnen und Patienten optimal zu behandeln", erklärt ihr Dekan und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche, Prof. Dr. Wieland Kiess.

Entscheidung zum Wohle der Mutter und des Kindes

An der Universitätsfrauenklinik werden Frauen mit ganz normalen Schwangerschaften betreut, aber auch viele Schwangerschaften, in denen Probleme auftreten. "Oftmals müssen wir gemeinsam mit den Eltern schwerwiegende Entscheidungen treffen, bei denen es einerseits um das Wohl der Mutter und andererseits um die Gesundheit des Kindes im Mutterleib geht.", erläutert Prof. Dr. Renaldo Faber, Leiter der Abteilung Pränatal- und Geburtsmedizin an der Universitätsfrauenklinik. Spätestens hier setzt das gemeinsame Projekt von Frauen- und Kinderärzten an.

"Ob und wann wir eine Schwangerschaft vorzeitig beenden müssen, hängt auch davon ab, ob das Kind unmittelbar gefährdet ist,", weiß Prof. Dr. Eva Robel-Tillig, Leiterin der Abteilung Neonatologie der Universitätskinderklinik. Wenn sich z. B. zeigt, dass das Kind für die Schwangerschaftswoche viel zu klein ist, kann eine optimale Entscheidung am besten vom Frauenarzt und der Kinderärztin gemeinsam getroffen werden.

Hindernisse für eine Schwangerschaft

Manchmal haben Frauen schon in den ersten Schwangerschaftswochen eine Fehlgeburt. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Diese abzuklären, hilft der Pathologe. Er untersuchet Gewebeproben z. B. aus der Placenta und kann dann einen genetischen Hintergrund ausschließen oder ableiten. "in diesem Falle ist eine genetische Beratung angesagt", empfiehlt Prof. Dr. Christian Wittekind, Direktor des Instituts für Pathologie, "die durch unser Institut für Humangenetik durchgeführt wird."

Wenn ein Ehepaar keine Kinder bekommen kann, kann es Hilfe durch die Reproduktionsmedizin erhalten. Der Endokrinologe Prof. Dr. Henry Alexander und sein Team an der Universitätsfrauenklinik z. B. werden die Ursachen der Kinderlosigkeit diagnostizieren und gegebenenfalls eine sogenannte In-Vitro-Fertilisation vorschlagen, bei der die Befruchtung außerhalb des Mutterleibes vorgenommen und die befruchtete Eizelle in den Mutterleib verpflanzt wird.

Hilfe für die Frauen in Addis Abeba und Gondar/Äthiopien

"Wir sind davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit unserer Spezialisten die Grundlage für unseren Erfolg ist", resümiert Dekan Prof. Kiess. "Aber unsere Fakultät fühlt sich auch den Frauen und Kindern in den Entwicklungsländern verpflichtet."

Prof. Henry Alexander z. B. arbeitete erst letztes Jahr in Addis Abeba und Gondar/Äthiopien, und behandelte hier "Frauen mit Krankheitsbildern, wie wir sie bei uns gar nicht mehr vorfinden.", so Prof. Alexander. "Außerdem leiden unverhältnismäßig viele Frauen an Kinderlosigkeit, deren Ursache an einem infektionsbedingtem Verschluss der Eileiter liegt." In einer Gesellschaft, in der die Frau weitgehend über ihre Fruchtbarkeit definiert wird, hat Kinderlosigkeit soziale Ächtung und Ausgrenzung zur Folge.

Prof. Alexander operierte hier nicht nur selber, sondern er unterwies seine Kollegen, die z. T. im Leipzig studiert haben, auch in laparoskopischen Operationen, als der Methode mit der man verschlossene Eileitern wieder funktionsfähig machen kann. Jetzt im Mai wird der Mediziner erneut nach Äthiopien reisen; im Gepäck hat er neue Laparoskope, die eine deutsche Medizintechnikfirma gesponsert hat.