Schlagzeug und Boxsack im Krankenhaus

Pressemitteilung vom 04.02.2005
Im Zentrum für Kindermedizin wird nun der neue Musik- und Sportraum eingeweiht. Gerade für kleine Patienten mit chronischen Erkrankungen werden so altersgerechte Bedingungen geschaffen, die Schmerz, Angst und Belastung reduzieren können.

Manche Kinder mit chronischen Erkrankungen müssen teilweise alle Vierteljahre für zwei bis drei Wochen auf Station. Schnell kann sich ein sogenannter "Krankenhauskoller" einstellen, bei dem Lebensfreude verloren geht und z. B. die Mukoviszidose-Patienten sich fragen: "Wie lange werde ich noch leben, welchen Sinn hat mein Leben?".

Trommeln, tanzen, musizieren, boxen gibt den Kindern die Möglichkeit, durch Freude, Entspannung und Ablenkung ein Stück Normalität im Klinikalltag zu erleben, sich nicht als krank zu sehen. In der Musiktherapie können Gefühle ausgedrückt werden, die sonst nicht zum Vorschein kommen. "Beschäftigung, Lachen und Sinnstiftung sind in der Krankensituation nachweislich immunstärkend und beschleunigen damit den Heilungsprozess", erklärt Klinikchef Prof. Dr. Wieland Kiess.

Der 25 m² große Musik- und Sportraum steht allen Patienten offen, deren Immunsystem ausreichend stabil ist und die sich bewegen dürfen. "Vorrang sollen aber Kinder mit chronischen Erkrankungen haben, die regelmäßig längere Zeit in der Klinik bleiben", so Peter Hiermann, Psychologe am Zentrum für Kindermedizin. Es gab zwar vorher schon einen Raum für ähnliche Zwecke, jedoch war er Krebspatienten vorbehalten, deren Immunsystem bekanntermaßen sehr anfällig ist. Der Raum verfügt über folgende Ausstattung: Tischtennisplatte, Vibraphon, Drum-Set, Orffsche Instrumente, Keyboard, Bongos, große Becken, Kassettenrekorder, Boxsack, Schaukel, Bälle, Gymnastikmatten. Das Inventar in Höhe von etwa 1.300 Euro wurde u. a. durch das Gewandhaus und den Förderkreis der Kinderklinik gespendet.

Ulrike Jacob