Virtuelles Mittelalter

Pressemitteilung vom 18.01.2005
"Virtuelles Mittelalter oder warum ist es so schwer herauszufinden wie es wirklich war?" ist der Titel des nächsten Vortrages im Rahmen des Studium universale. Damit springt Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha, Direktorin des Karl-Sudhoff-Institutes für Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften, kurzfristig für eine erkrankte Kollegin ein.
Zeit 19. Januar 2004, 18:15 Uhr bis 19:45 Uhr
Ort Hörsaal 22
Hörsaalgebäude am Augustusplatz

Vor einigen Jahren hat die Behauptung Furore gemacht, Karl der Große habe nie gelebt. Offenbar ist es nicht einfach, aus den Quellen ein "wahres" Bild vom Mittelalter herauszulesen. Inzwischen sind die Historiker sehr vorsichtig geworden und diese Vorsicht gilt mittlerweile auch für die Medizingeschichte des Mittelalters: War es noch vor kurzem scheinbar problemlos, aus medizinischen Texten auf die tägliche Praxis rückzuschließen, sind heute Texte eben "nur" Texte und nicht unmittelbares Abbild der historischen Wirklichkeit. Selbst historische Instrumente und bildliche Darstellungen - vermeintliche "Sachzeugen" - sind nicht immer verlässlich. Anhand der wichtigsten Akteure der mittelalterlichen Chirurgie, ihrer Werke und ihrer Gerätschaften wird die "Virtualität" der mittelalterlichen Medizingeschichte dargestellt und gleichzeitig gefragt: Was können wir davon "glauben"? Was hat man denn nun "tatsächlich gemacht"?