Knorpelschäden im Visier

Pressemitteilung vom 21.11.2006
Die Forschungsgruppe "Knorpelregeneration" der Universität Leipzig wurde auf dem 23. Kongress der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie (AGA) in Salzburg mit dem 1. Preis für das Poster über die Etablierung eines chronischen Knorpeldefektmodells am Großtier ausgezeichnet.

Knorpelschäden sind schmerzhaft und beeinflussen die Lebensqualität beträchtlich. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe "Knorpelregeneration" um Dr. Pierre Hepp, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und Dipl.-Ing. Ronny Schulz, Professur für Zelltechniken und angewandte Stammzellbiologie am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Universität Leipzig arbeiten deshalb an innovativen Knorpelersatzverfahren, die in der klinischen Praxis eingesetzt werden können.

Die ersten Resultate stellten die Wissenschaftler auf einem Poster dar, für das sie jetzt den 1. Preis der AGA erhielten. Das Projekt, das im Rahmen des formel.1-Programmes der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gefördert wurde, beinhaltet die Applikation eines Knorpelschadens in einem Großtiermodell. Dieser Knorpelschaden entspricht einem chronifizierten Knorpeldefekt im menschlichen Kniegelenk, ein Defekt, der sehr häufig auftritt. Die Vergleichbarkeit der Schäden ermöglicht wiederum die Entwicklung von Knorpelersatzverfahren auf der Basis von Tissue engineering. Das so entwickelte Zellgewebe könnten dann bei Bedarf einem Patienten implantiert werden.

"Der Posterpreis zeigt uns, dass wir mit unserer Forschung auf dem richtigen Wege sind.", freut sich Prof. Dr. Christoph Josten, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. "Das Preisgeld von 1500 Euro wird in Folgeprojekte einfließen." Für Prof. Dr. Augustinus Bader, der die Professur für angewandte Zelltechniken und Stammzellbiologie am BBZ innehat, ist besonders der interdisziplinäre Ansatz erfolgversprechend, denn neben den Chirurgen sind außerdem Dr. Manuel Niederhagen und Prof. Dr. Christian Wittekind vom Institut für Pathologie des Universitätsklinikums involviert.

Die Deutschsprachigen Gemeinschaft für Arthroskopie ist die weltweit größte Vereinigung arthroskopischer Chirurgen. Der Posterpreis wird alljährlich an innovative Forschungsbeiträge vergeben.