Zahl der Leberzellkarzinome hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt

Pressemitteilung vom 17.11.2006
Anlässlich des 7. Deutschen Lebertags lädt Prof. Dr. med. Hans Ludger Tillmann 8. und 9. Klassen der Petrischule und des Evangelischen Schulzentrums zu einer Schulstunde der besonderen Art ein. Er spricht über Ursachen und Auswirkungen von Leberkrankheiten und wie man ihnen vorbeugen kann. Ähnliche Veranstaltungen finden auch in anderen Städten Mitteldeutschlands statt.
Zeit 20. November 2006, 12:00 Uhr
Ort Hörsaal des Zentrums für Innere Medizin
Johannisallee 32

Eine chronische Lebererkrankung kann über das Stadium Leberzirrhose zu einem Leberzellkarzinom (HCC) führen. "Die Zahl dieser Krebserkrankungen hat sich innerhalb von 30 Jahren nahezu verdoppelt." sagt Prof. Dr. Hans L. Tillmann, Leberexperte von der Medizinischen Klinik II der Universität Leipzig. "Um hier vorzubeugen, müssen wir ganz vorn ansetzen und mit der Aufklärung bereits an den Schulen beginnen." Deshalb organisiert die Medizinische Klinik II gemeinsam mit dem Kompetenznetz Hepatitis Leipzig bereits zum zweiten Mal eine Informationsveranstaltung für Schüler durch.

Genaue Zahlen über die Häufigkeit der verschiedenen Leberkrankheiten gibt es nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland bis zu einer halben Million Menschen an einer Leberschrumpfung (Leberzirrhose), vier bis fünf Millionen an einer Fettleber und etwa 800.000 Menschen an einer chronischen Virushepatitis B oder C leiden. Damit ist die Häufigkeit einer chronischen Lebererkrankung mit dem Auftreten der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vergleichbar (ca. 6,5 Millionen Menschen).

Und chronische Leberkrankheiten sind deshalb gefährlich, weil sich aus ihnen eine Zirrhose und/oder ein Krebs entwickeln kann. Immerhin sind fünf bis sechs Prozent aller Krebserkrankungen sind ein HCC. Bei Männern zählt diese Krebsart heute zu den zehn häufigsten Todesursachen. Die Behandlung dieser Erkrankung ist sehr schwierig und oftmals hilft nur eine Transplantation, häufig ist die Erkrankung für diese Therapie aber bereits zu weit fortgeschritten.

Die Ursachen von Lebererkrankungen sind unterschiedlich, die häufigsten aber sind durch Meiden von Alkohol, Fernbleiben von Drogen und Impfung gegen Hepatitis B vermeidbar. Die häufigste Ursache in den westlichen Industrieländern ist der Alkohol, noch häufiger als Krankheitserreger wie z. B. die Hepatitisviren B und C. Durch gezielte Untersuchungen können jedoch Erkrankungen der Leber rechtzeitig erkannt werden. Deshalb ist die Aufklärung über ihre Entstehung und Behandlung sehr wichtig. Die Veranstaltungen mit den Schülern sollen dabei helfen.