100 Jahre Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften an der Universität Leipzig

Pressemitteilung vom 19.10.2006
Das erste medizinhistorische Institut der Welt, das Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften der Universität Leipzig, zeigt anlässlich seines hundertjährigen Bestehens eine Ausstellung, die über die Projekte der hier tätigen Wissenschaftler interessante Einblicke in die Entwicklung von Medizin und Naturwissenschaften bietet.Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 bis 20:00 Uhr Sonnabend 12:00 bis 16:00 Uhr Die Ausstellung wird in Anwesenheit des Rektors der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, am 24. Oktober 2006 um 18:00 Uhr im Vortragsraum der "Bibliotheca Albertina", 2. Etage, eröffnet. Staatssekretär Dr. Knut Nevermann hält die Eröffnungsrede. Die Ausstellung wird von <a href="#vortrag">Vortragsveranstaltungen</a> begleitet.
Zeit 24. Oktober 2006 bis 27. Januar 2007
Ort Universitätsbibliothek "Bibliotheca Albertina"
Ausstellungsraum
Beethovenstraße 6
04107 Leipzig

Ein Impfschein gegen "Schutzblattern", aus dem Jahre 1819 ist auf dem ersten Blick nicht viel mehr als ein vergilbter Zettel und doch ein Beweis für den erfolgreichen Kampf der Medizin gegen eine gefährliche Seuche. Das Buch 'Die Zene Artzney' von 1530 zeigt ebenso wie die historischen Instrumente Zahnzange, Pelikan, und Geißfuß nicht nur den enormen Fortschritt der medizinischen Wissenschaften über die Jahrhunderte, sondern zugleich, was die Medizin in den verschiedenen Epochen zu leisten vermochte.

Zu sehen sind die wertvollen Ressourcen, über die das Institut mit seiner bedeutenden Bibliothek und den Sammlungen verfügt. Einen Papyrus und mittelalterliche Handschriften stellen die Sondersammlungen der Universitätsbibliothek zur Verfügung, die Inkunabeln, Frühdrucke und historischen Originalarbeiten stammen aus dem Sudhoff-Institut.

"Historische Instrumente aus der Institutssammlung dienen einerseits der Illustration der Texte, sind aber auch eine eigene Quellengattung.", sagt Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha, Direktorin des Karl-Sudhoff-Instituts für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. "Das Gleiche gilt für die Exponate aus der Schriftgutsammlung, die Archivalien, Dokumente und historische Fotos beisteuert." Diese Bestände sowie Beispiele aus der umfangreichen Portraitsammlung werden erstmals in größerem Rahmen präsentiert.

Die Ausstellung verdeutlicht aber auch, auf welch lange Tradition das Karl-Sudhoff-Institut verweisen kann und wer wann hier worüber geforscht hat und forscht. Dabei wird ersichtlich, worüber und wie die Fächer Medizin- und Wissenschaftsgeschichte überhaupt arbeiten und wie sich diese Disziplinen inhaltlich und methodisch im Lauf der Zeit verändert haben. Auch soll ein Eindruck von den aktuellen Aufgaben, die das Institut für die Medizinische Fakultät und die Universität wahrnimmt, vermittelt werden, wobei insbesondere die Außenwirksamkeit im Mittelpunkt steht.

Ein Begleitprogramm zur Ausstellung soll das Anliegen weiter verdeutlichen:

Dienstag, 24. Oktober, 18:00 Uhr - Eröffnung zum "Tag der Bibliothek"
Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha:
Medizin - Naturwissenschaften - Geschichte: Konzept und Anliegen der Ausstellung

Sonnabend, 4. November, 11:00 Uhr
Prof. Dr. Ingrid Kästner: Paracelsus

Donnerstag, 16. November, 18:00 Uhr
Dr. Sabine Fahrenbach: Schätze aus der Medizinhistorischen Sammlung

Donnerstag, 30. November, 18:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha: Medizin im Mittelalter. Forschungstradition und neue Perspektiven

Freitag, 1. Dezember (Dies academicus), 9:00 Uhr
Dr. Sabine Fahrenbach: Führung durch die Ausstellung (Treffpunkt: Ausstellungsraum)

Sonnabend, 9. Dezember, 11:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha: Medizin und Magie

Die Veranstaltungen (außer am 1. Dezember) finden im Vortragsraum der Universitätsbibliothek Leipzig (1. Etage) statt. Im Anschluss besteht jeweils die Gelegenheit, an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen.