Krebstumore und Stammzellen im Körper verfolgen

Pressemitteilung vom 13.10.2006
Wie sich Krebstumore und Stammzellen im Organismus verhalten, kann sichtbar gemacht werden. Die innovativen schmerzfreien Diagnoseverfahren, die massiv zur Erforschung der Krebserkrankung beitragen, werden jetzt auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zytometrie vorgestellt.
Zeit 18. Oktober 2006 bis 21. Oktober 2006
Ort Leipziger Kubus
Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle
Permoserstraße 15

300 Spezialisten aus 20 Ländern treffen sich zur 16. Jahrestagung der DGfZ um methodische und technische Neuerungen zur Untersuchung von Zellen und Geweben vorzustellen, die der Stammzelltherapie und der Krebsforschung dienen können.

Den Krebs schmerzfrei und genau diagnostizieren

Die Tumorerforschung- und Diagnose mittels bildgebenden Verfahren ist auf dem Vormarsch: "Es ist jetzt möglich, Tumoren mittels leuchtender Stoffe - sogenannte fluoreszierende Antikörper - sichtbar zu machen, die an dem Krebsgeschwür andocken", so Prof. Attila Tarnok, vom Klinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Leipzig und Tagungspräsident. Die Antikörper werden in den Körper des Versuchstiers geimpft, erkennen den Tumor und binden sich mit Hilfe ihrer Oberflächenmoleküle an ihn. Genauso entdecken sie im Körper wandernde Tochtergeschwüre, die Metastasen, und machen sie sichtbar. An den Stellen an denen sich Krebszellen befinden, leuchten die Labormäuse dann, wenn man sie unter neuesten Hightechgeräten untersucht. So kann die Krebsforschung zunehmend aufklären, wie sich Krebs verhält und im Körper ausbreitet. Andererseits wird die zukünftige Anwendung der Diagnosetechnik beim Menschen die schmerzhaften Gewebsentnahmen bei Untersuchungen überflüssig machen.

Das Geschwür mit kleinen Helfern bekämpfen

Und nicht nur die Diagnose kann von diesem Verfahren profitieren. Zukünftig könnten die kleinen Antikörper therapeutische Stoffe huckepack mit sich nehmen, die den bösartigen Tumor zerstören.

Vorhersagen wie Stammzellen dem Körper helfen

Ein weiteren Ansatz für die neue Analysemethode ist die Stammzellforschung- und therapie. Sie ist als Hoffnung für schwer Erkrankte in aller Munde. Eine Stammzelle vermag sich nämlich in viele Muskelzellen, Blutzellen, Knochenzellen oder andere Zellen zu verwandeln und kann so defektes Gewebe reparieren. Das ist auch beim gesunden Menschen so, beim Kranken könnten sich durch den gezielten Einsatz von Stammzellen kaputte Organe regenerieren lassen. Doch muss erst einmal verstanden werden, wie sich die Zellen, die quasi die Ersatzteile unseres Körpers sind, verhalten, bevor sie therapeutisch zum Einsatz kommen. Hier leisten die neuen zytometrischen Verfahren ebenfalls große Dienste: Mittels leuchtender Markierungen kann der Weg einer Stammzelle im Körper über lange Zeit verfolgt werden. Dabei ist wichtig wohin sie wandert und ob sie zum richtigen Zeitpunkt aufhört sich zu teilen. Sonst könnte aus den Stammzellen ein wucherndes Geschwür werden.

Auf der Tagung werden neben diesen zukunftsträchtigen Neuerungen in der Zell- und Tumorbiologie auch Anwendungen vorgestellt, die bis in die Gebiete der Mikrobiologie und Pflanzenforschung reichen.

Sandra Hasse