Studie: Fettsucht und Bluthochdruck bei Kindern

Pressemitteilung vom 11.09.2006
Eine Studie der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche hat einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen gezeigt

Fettsucht und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen nehmen weltweit zu. Die Folgen für das spätere Erwachsenenalter sind bekannt: Diabetes, Fettleber, Rücken- und Gelenkschmerzen und Bluthochdruck. Doch welche Folgen Übergewicht bereits im Kindes- und Jugendalter hat, wurde bisher kaum erforscht.

Im "Leipziger Schulkinderprojekt", einer Studie der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche Leipzig, wurde das Auftreten von Bluthochdruck bei schlanken und übergewichtigen Kindern untersucht. Die Studie an 2.365 Schulkinder im Alter zwischen acht und 16 Jahren zeigte, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen erhöhtem Körpergewicht und Bluthochdruck bei Kindern gibt.

Weiterhin stellten die Mediziner fest, dass der soziale Status der Familien, das Bildungsniveau und das Einkommen der Eltern bei der Entwicklung von Übergewicht, Fettsucht und damit Bluthochdruck eine Rolle spielt. "Ein niedriges Familieneinkommen und ein geringer Bildungsgrad der Eltern korrelieren mit Übergewicht und Bluthochdruck der Kinder und des später auftretenden Altersdiabetes", so Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Uni-Kinderklinik.

Die Ergebnisse der Studie "Leipziger Schulkinderprojekt" wird Prof. Dr. Wieland Kiess auf der 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin vorstellen, die vom 14. - 17. September in Mainz stattfindet.

Weiterhin plant die Universitätskinderklinik eine Zusammenarbeit mit den Universitäten Stockholm, Cambridge, Helsinki und Zypern, um gemeinsam ähnliche Studien durchzuführen.

Bettina Friedrich