Internationales Symposium zur Kommunikation zwischen Nervenzellen

Pressemitteilung vom 22.08.2006
Mit der Kommunikation von Nervenzellen befasst sich ein internationales Symposium, welches das Zentrum für Kognitionswissenschaften der Universität Leipzig anlässlich seines 2. Jahrestages veranstaltet. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die sogenannte "Calyx of Held", eine Synapse, an der sich die Signalweiterleitung im Zentralnervensystem besonders gut erforschen lässt.Eröffnung: 8:30 Uhr
Zeit 01. September 2006 bis 02. September 2006
Ort Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Stephanstraße 1A
Wilhelm-Wundt-Raum

An ihr lässt sich sehr gut untersuchen, wie die Signalweiterleitung zwischen zwei Neuronen im Zentralnervensystem funktioniert. Die "Calyx of Held" - eine kelchähnliche Synapse (daher calix: lat. Kelch) - sorgt mit ihrer extrem schnellen und zeitpräzisen Übertragung von Nervenimpulsen unter anderem dafür, dass wir zeitliche Feinheiten in Sprache und Musik verstehen, und den Ort von Schallquellen wahrnehmen können. Benannt wurde sie nach dem Leipziger Anatomen Hans Held, der sie im 19. Jahrhundert erstmalig beschrieb. In jüngster Zeit gilt sie als das Modelsystem für die synaptische Weiterleitung zwischen Nervenzellen bei Säugetieren.

Auch Prof. Rudolf Rübsamen vom Institut Biologie II der Universität Leipzig, beschäftigt sich mit der Calyx of Held. Seine Arbeitsgruppe zeigte kürzlich, in welcher Weise hemmende und erregende Einflüsse an der Calyx-Synapse wirken und wie diese Einflüsse die Aktivität der nachgeschalteten Nervenzelle beeinflussen. Diese Arbeit ist eine der zahlreichen aktuellen Forschungsergebnisse zur Calyx-of-Held, von Arbeitsgruppen aus Deutschland, Australien, Japan, den Niederlanden und den USA, die nun auf einem internationalen Symposium anlässlich des 2. Jahrestages des Zentrums für Kognitionswissenschaften an der Universität Leipzig vorgestellt und diskutiert werden. "Mit dem zweitägigen Symposium The Calyx of Held wollen wir sowohl die internationale Kommunikation zum Thema fördern, als auch den fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedern unseres Zentrums für Kognitionswissenschaften anregen.", sagt Prof. Rübsamen.

Das Zentrum für Kognitionswissenschaften wird von Prof. Angela Friederici geleitet und ist Teil des Zentrums für Höhere Studien der Universität Leipzig.

Sandra Hasse/Romy Leidig