Neue Blickrichtung in der Therapie von Krebs

Pressemitteilung vom 15.08.2006
Die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie behandelt aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden von Bluterkrankungen und anderen bösartigen Tumoren sowie neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung auf diesem Gebiet. Der Kongress setzt sich aber auch auseinander mit ökonomischen und gesundheitspolitischen Fragen, die zunehmend das ärztliche Handeln beeinflussen.
Zeit 04. November 2006 bis 08. November 2006
Ort Congress Center Leipzig
Messe-Allee 1

"Nach einiger Zeit der Stagnation befindet sich die Hämatologie und Onkologie, wie die gesamte Medizin, in einer deutlichen Umbruchphase.", erklärt Tagungspräsident Prof. Dr. Dieter Niederwieser, der die Carreras-Transplantationseinheit der Universität Leipzig leitet. "Neue biochemische und molekularbiologische Methoden haben zu neuen Erkenntnissen in der Entstehung von bösartigen Erkrankungen und auch zu neuen Möglichkeiten in der Behandlung geführt." Diese Erkenntnisse vorzustellen und zu diskutieren ist ein wichtiges Anliegen der Tagung, zu der auch die Präsidentin der European Hematology Association (EHA), Eva Hellström-Lindberg aus Schweden, vertreten sein wird.

Festzustellen sei eine völlig neue Blickrichtung der Therapie: Nicht nur die Zerstörung der Tumorzellen durch spezifische molekulare Therapien stehen heute im Vordergrund, sondern auch andere für das Tumorwachstum wichtige Faktoren sind Ziel der Behandlung geworden. So hat die Hemmung der Blutgefäßbildung eine bis vor wenigen Jahren noch ungeahnte Entwicklung erlangt. Auch der Einsatz immunologischer Mechanismen zur Tumorzellzerstörung ist heute Realität geworden. Diese und andere Faktoren haben eine außerordentliche Dynamik in der Behandlung von bösartigen Erkrankungen erzeugt, ein Prozess, der nach wie vor nicht abgeschlossen ist und der auf der Jahrestagung Gegenstand wissenschaftlicher Debatten sein wird.

Es sollen aber nicht nur die Onkologie und onkologische Hämatologie vertreten sein, sondern auch andere Grundsatzfragen z. B. zur Blutgerinnung und Blutbildung behandelt werden. Dem rasanten klinischen Fortschritt stehen Grenzen des ökonomischen Wachstums und des wachsenden Bürokratismus gegenüber. Neue Direktiven erschweren die klinische Forschung, insbesondere wenn entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten nicht bedacht werden. Absprachen zwischen Politikern und Ärzten sind zum Wohle unserer Patienten zwingend erforderlich.

Besonderes Augenmerk gilt auch der Fortbildung junger Kollegen und des Pflegepersonals sowie der Qualität und Zusammenarbeit zwischen Kollegen aus dem niedergelassenen Bereich, aus kleinen und großen Versorgungshäusern und aus anderen Fachgebieten. Dementsprechend werden auch nationale und europäische Netzwerke gebührend vertreten sein. Patientenveranstaltungen runden das Programm ab.

Während der Tagung findet am Dienstag, den 7. November 2006, 13:45 Uhr, eine Pressekonferenz statt, zu der wir gesondert einladen.