Professor Ferdinand Dieterich verstorben

Pressemitteilung vom 24.07.2006
Am 23. Juli 2006 verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren der Nestor der Leipziger Urologie, Prof. Dr. med. Ferdinand Dieterich. "Die Universität Leipzig trauert um einen verdienten Hochschullehrer und exzellenten Chirurgen, der 1975 die Klinik und Poliklinik für Urologie an der Universität Leipzig begründete.", erklärte Rektor Prof. Dr. Franz Häuser.

Bekannt wurde der Leipziger Urologe, der in Halle studiert hatte, durch seine Arbeiten zur Kryochirurgie sowie seine operative Behandlung endokriner Erkrankungen und die des Transsexualismus. Mehr als 10.000 Operationen führte er durch, 450 Veröffentlichungen und Vorträge kommen auf sein Konto.

Dabei hatte sich Dieterich erst auf dem zweiten Blick für die Chirurgie entschieden. Prägend war eine Blinddarmoperation, die er 1954 in seinem 2. Ausbildungsjahr allein mit einer Operationsschwester ausführen musste. Später profilierte er sich an der Medizinischen Akademie in Erfurt und nahm 1974 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Urologie in Leipzig an. Ein Jahr später war er Gründungsdirektor der ersten Leipziger Urologischen Universitätsklinik.

Zu ihm kamen Patienten aus der ganzen DDR. Das verdankte er nicht nur seinem fachlichen Können, sondern auch seiner besonderen Art, mit den Patienten umzugehen. "Er reagierte allergisch gegenüber oberflächlicher Betreuung unheilbar Kranker und alter Menschen", berichtet der jetzige kommissarische Direktor der Klinik, PD Dr. Jens-Uwe Stolzenburg, der sich mit Stolz zu Dieterichs Schülern zählt. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen wurde er von seinen Mitarbeitern nicht nur geachtet, sondern regelrecht verehrt. Viele Kollegen holten sich nicht nur fachlichen, sondern auch menschlichen Rat von ihm. Die Studenten bezeichneten ihn als einen ihrer beliebtesten Hochschullehrer, weil er praktisch orientierte Vorlesungen hielt und allen das Gefühl gab, sich ihnen persönlich zuzuwenden. "Nach allem, was ich von ihm gehört habe, ist Prof. Dieterich mit seinem Können, seinem Engagement und seinen persönlichen Qualitäten auch für die jetzige Generation der Hochschullehrer ein Vorbild.", resümiert der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger.