Eröffnung der Radionuklidtherapiestation

Pressemitteilung vom 19.03.2003
Behandlung von Schilddrüsenüberfunktion mittels Radiojodtherapie in Leipzig jetzt ohne Wartezeit

Leipzig - Mit einer Fortbildungsveranstaltung ''Die Radioiodtherapie bei Schilddrüsenerkrankungen'' wurde heute die neue Radionuklidtherapiestation mit 20 Betten offiziell eröffnet. Prof. Dr. med. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums erklärt: ''Mit der neuen Station wurde nicht nur die Voraussetzung für die Anwendung modernster nuklearmedizinischer Behandlungsmethoden von Tumorerkrankungen geschaffen, wir können jetzt auch Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen ohne Wartezeiten mit der Radiojodtherapie behandeln.'' Bisher mussten Patienten mitunter Wartezeiten von mehreren Jahren in Kauf nehmen.


Zur Radiojodtherapie erhält der Patient einmalig eine speziell auf seine individuellen Parameter abgestimmte Kapsel mit radioaktivem Jod. Dieses gelangt über das Verdauungssystem und den Blutkreislauf in die Schilddrüse und wird von dem kranken, verstärkt aktiven Gewebe gespeichert, welches dann im Verlauf mehrerer Wochen zerstört wird. Gesunde Schilddrüsenanteile werden geschont. So kann in vielen Fällen ein operativer Eingriff und die damit verbundene Anästhesie durch ein nichtinvasives und fast immer völlig schmerzloses Verfahren bei gleicher Erfolgswahrscheinlichkeit ersetzt werden.


Obwohl die ''Strahlenbelastung'' der Patienten außerhalb der Schilddrüse sogar geringer ist als bei manchen diagnostischen Röntgenuntersuchungen, ist in Deutschland eine stationäre Aufnahme für die Radiojodtherapie gesetzlich vorgeschrieben, um andere Personen keiner Strahlung auszusetzen. Wie Prof. Sabri weiter erläuterte, kann mittels modernster Sensorüberwachung in den Patientenzimmern kontinuierlich kontrolliert werden, wie sich das radioaktive Jod anlagert und wieder ausgeschieden wird. Sinkt die gemessene Strahlung unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert, kann der Patient entlassen werden. Das ist in der Regel nach vier bis sieben Tagen der Fall. In dieser Zeit darf der Patient keinen Besuch empfangen und die Station nicht verlassen.


Alle Abwässer und Abfälle werden in einer eigenen Abklinganlage so lange zwischengelagert, bis praktisch keine Strahlung mehr vorhanden ist. Die Anlage verfügt über mehrere Sicherheitssysteme, so dass eine Gefährdung der Umwelt ausgeschlossen ist. ''In den nach neuestem technischen Standard und dennoch behaglich ausgestatteten Räumen unserer Therapiestation können wir nun Patienten aus Leipzig und Umgebung mit einer extrem nebenwirkungsarmen Behandlungsmethode sicher und endgültig von einer Schilddrüsenüberfunktion und den dadurch verursachten lästigen Beschwerden wie Herzrasen, Nervosität, Schwitzen und Leistungsminderung heilen'', erklärt Prof. Sabri.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.