Gleich drei große Wissenschaftspreise für Leipziger Nuklearmediziner

Pressemitteilung vom 26.06.2006
Auf der 53. Jahrestagung der weltweit größten Fachgesellschaft für Nuklearmedizin in Kalifornien holten Leipziger Nuklearmediziner alle drei neurowissenschaftlichen Preise. Klinikchef Prof. Sabri: Das ist einmalig in der Geschichte dieser Gesellschaft

Erstmalig in der Geschichte der weltweit größten Fachgesellschaft für Nuklearmedizin (Society of Nuclear Medicine, SNM) vergaben die internationalen Juroren auf der diesjährigen 53. Jahrestagung alle drei Preise für die Rubrik "Neurosciences Young Investigator Award Symposium" an Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig.

Den ersten Platz belegte Dr. med. Kai Kendzorra für seine Arbeit "Cerebral nicotinic acetylcholine receptors in patients with Alzheimer's disease (AD) assessed with 2-F18-A85380 (2-FA) PET - Correlations to dementia severity.", den 2. Platz Dr. med. Swen Hesse für die Arbeit "Effects of deep brain stimulation of the nucleus subthlamicus on striatal dopaminergic transmission in patients with advanced Parkinson's disease within one-year follow-up." und den dritten Platz Philipp Meyer für die Bearbeitung des Themas "Dissociation between striatal α4β2 nicotinic acetylcholine receptors (α4β2) and dopamine transporters (DAT) in Parkinson's disease (PD): A 2-F-18-F-A-85380-PET (2FA-PET)/I-123-FP-CIT-SPECT study."

Klinikdirektor Prof. Dr. med. Osama Sabri, der 2005 erst selbst den sogenannten "arabischen Nobelpreis" für Nuklearmedizin erhielt, freut sich über diese hohe Auszeichnung für seine Klinik und sieht darin eine Bestätigung für den gelungenen Aufbau und die damit gewonnene wissenschaftliche Reputation seiner Einrichtung. "Diese einmalige Bestätigung erhielt nicht etwa eine Forschergruppe aus den USA, sondern eben eine Gruppe aus Deutschland. Für unsere Stärke spricht auch die Tatsache, dass aus vielen hundert eingereichten Beiträgen aus aller Welt nur sieben von den Gutachtern in die engere Wahl gezogen worden und davon allein drei auf Leipzig fielen, etwas, das ebenfalls einmalig ist. Dass nur diese drei aus Leipzig dann auch noch ausgezeichnet wurden, macht uns besonders stolz und mir haben seitdem viele Leiter hochrangigster Neuro-PET Einrichtungen in den USA hierzu persönlich gratuliert. Es wurden hierbei gleichzeitig zahlreiche neue Kooperationsmöglichkeiten mit unserer Einrichtung angefragt."

Die Einmaligkeit des Ereignisses wurde auf der Tagung besonders gewürdigt. Der Präsident des SNM-Brain Imaging Councils, Prof. David H. Lewis, sprach in einer speziellen Ehrung im Rahmen der "Kuhl-Lassen Award" Session im Namen der gesamten SNM seine Würdigung für den strategisch sehr weitsichtigen und gelungenen wissenschaftlichen Aufbau an Prof. Sabri als Direktor dieser Einrichtung aus und vom "vielversprechendsten Neuro-PET-Zentrum in Leipzig". Besonders hervorgehoben wurde durch ihn die durch Prof. Sabri realisierte Umsetzung der von ihm bereits weltweit erstmalig auf dem 1. Weltkongreß für Vaskuläre Demenz in Genf im Jahr 1999 vorgetragenen Idee der speziellen PET-Bildgebung des nikotinischen cholinergen Rezeptorsystems zu einer Zeit, als suffizient spezifische Radioliganden noch gar nicht umfänglich zur Verfügung standen und deren spezielle klinische Bedeutung noch nicht abzusehen war. Diese Untersuchungen sind sehr aufwendig und wurden in enger Kooperation mit, Prof. Dr. Hermann-J. Gertz, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Prof. Dr. Johannes Schwarz, Klinik und Poliklinik für Neurologie, durchgeführt.

Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, hob besonders hervor, dass "die jetzt auf der 53. Jahrestagung der Society of Nuclear Medicine vergebenen Preise sich einordnen in eine ganze Reihe hochrangiger wissenschaftlicher Preise, die durch die Leipziger Klinik für Nuklearmedizin in den letzten zwei Jahren erworben wurden".