Ministerpräsident besucht BBZ

Pressemitteilung vom 19.06.2006
Anlässlich des Besuches des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Georg Milbradt, am 19. Juni 2006 in der BIO CITY Leipzig besucht Milbradt auch das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig und führt Gespräche mit Rektor Prof. Franz Häuser und der Vorstandssprecherin des BBZ, Prof. Dr. Andrea Robitzki.

Im Fokus wird der wissenschaftliche Standort in Leipzig für den Bereich NanoBiotechnologie und Nanomedizin sowie die besondere Rolle des BBZ auch für die weitere Entwicklung eines zukunftsfähigen, internationalen Wissenschaftspotenzials stehen. Im noch bis Ende des Jahres durch das bundesdeutsche Hochschul-Wissenschaftsprogramm und den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung geförderten Zentrum konnten sechs Lehrstühle etabliert werden, deren Markenzeichen zum einen die inter- und transdisziplinäre Ausrichtung ihres Forschungsprofils und zum anderen der Technologietransfer zur Industrie ist.

Jüngstes erfolgreiches Beispiel dafür ist die Nachwuchsgruppe "Protein Engineering", aus der die Firma c-Lecta ausgegründet wurde, und die jetzt als Innoprofile-Nachwuchsgruppe des Instituts für Biochemie an der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie der Universität Leipzig nach neuen Enzymen und Enzymaktivitäten sucht, die gentechnisch aufbereitet und in ausreichender Menge für die wirtschaftliche Nutzung bereitgestellt werden können. Dieses Vorhaben wird für vier Jahre mit insgesamt 2,1 Millionen Euro vom BMBF gefördert.

Weiterhin wurden am BBZ Technologieplattformen im Bereich Bioanalytik, funktionelles und zellbiologisches Imaging / Biomonitoring sowie optische Technologien/Laser-Verfahren, Tissue Engineering und Transgenese etabliert. Ziel ist die Stabilisierung einer innovativen und technologisch leistungsfähigen Nanobiotechnologie sowie Nanomedizin im europäischen und internationalen Wettbewerb. Diese Schlüsseltechnologien lassen sich in drei Grundrichtungen zukünftiger biomedizintechnischer Entwicklungen zuordnen, Computerisierung, Molekularisierung und Miniaturisierung. Im Rahmen dieser Forschungsfelder wird das Ziel verfolgt, Krankheiten früher zu erkennen, ihren molekularen Ursprung zu identifizieren, eine individualisierte Therapie sowie eine minimal-invasive, hochauflösende Therapiekontrolle zu ermöglichen. Erste konkrete Technologien und Verfahren in Form von Herzmuskel-Biochips für die Wirkstoffentwicklung gegen kardiovaskulären Erkrankungen, Leber-Bioreaktoren, Forschungskonzepte zum Kranheitsverlauf der rheumatoiden Arthritis, der Taopathie bei Morbus Alzheimer, und mitochondrial bedingter Krankheiten wurden bereits in Kooperation mit der Industrie entwickelt bzw. werden weiterhin verfolgt.

Zukünftig soll die Vernetzung des BBZ mit weiteren international renommierten nanobiotechnologisch und biomedizinisch ausgewiesenen Forschungszentren u. a. mit durch das National Institute of Health (NIH) geförderten Forschungszentren in USA erfolgen. Nur durch Synergien von Kompetenzen und Expertisen können neue innovative Technologien, Diagnostik- und Therapiekonzepte schneller und effizienter den Weg zum Patienten finden.