Information und Ermutigung

Pressemitteilung vom 13.06.2006
An der Leipziger Universitäts-Kinderklinik entsteht eine Selbsthilfegruppe für Eltern von an Epilepsie leidenden Kindern

Eine Selbsthilfegruppe für Eltern von an Epilepsie erkrankten Kindern wird Montag dem 19. Juni während ihres ersten Zusammentreffens um 18:30 Uhr an der Leipziger Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche gegründet. Initiator dieser Gruppe ist Prof. Andreas Merkenschlager, der die Abteilung für Neuropädiatrie und klinische Neurophysiologie leitet und sich seit Jahren intensiv mit den Problemen der Epilepsie beschäftigt. Ziel dieser Selbsthilfegruppe soll es sein, vor allem jene Probleme in den Mittelpunkt zu stellen, die in der ebenfalls existierenden Runde der erwachsenen Epileptiker nur eine untergeordnete Rolle spielen, nämlich die Betreuung und Erziehung eines an dieser chronischen Nervenkrankheit leidenden Kindes.

"Einen ähnlichen Ansatz gab es bereits vor einigen Jahren einmal", erläutert Merkenschlager den Neubeginn. "Aber die Treffen fanden zu häufig und zu unstrukturiert statt, so dass die Eltern irgendwann diese Zusatzbelastung scheuten. Unsere neue Gruppe wird sich nur quartalsweise treffen, dafür aber bereiten wir die Veranstaltungen besser vor. Einem Experten-Vortrag zu einem speziellen Thema folgen dann die Diskussion zur Problematik und erst dann der allgemeine, informelle Gedankenaustausch. Wenn Jugendliche mögen, können die ihre Eltern natürlich begleiten."

Unter Epilepsie versteht man eine Reihe von Krankheitsbildern, denen das wiederholte Auftreten epileptischer Anfälle gemeinsam ist. Es handelt sich um die häufigste chronische Erkrankung des Zentralnervensystems. Derzeit leiden in Deutschland rund 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung, das heißt ca. 600.000 bis 800.000 Menschen daran. Zwei Drittel der Betroffenen erkrankten bereits als Kinder und Jugendliche. Rund 800 bis 900 junge Epileptiker, vom Neugeborenen bis zum 18-Jährigen sind in der Leipziger Universitäts-Kinderklinik in Behandlung.

mhz