"Tradition und Fortschritt" - Motto der 41. DDG-Jahrestagung

Pressemitteilung vom 24.05.2006
Von der 41. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Leipzig: Transparenz, Überprüfbarkeit und Entideologisierung der Diskussion um Qualität in der Medizin sind oberstes Anliegen des Kongresses.
Zeit 24. Mai 2006 bis 27. Mai 2006
Ort Congress Center Leipzig
Messe-Allee 1

Über 6.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte tagen vom 24.-27. Mai 2006 im modernen Congress Center Leipzig und kommen zur 41. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zusammen. Das Motto der Jahrestagung der DDG 2006 ist "Tradition und Fortschritt". Die Organisatoren der Tagung formulieren dabei, dass "Tradition die Weitergabe des Feuers, und nicht die Anbetung der Asche ist".

Etwa 2,5 Millionen diabeteskranke Menschen in Deutschland werden mit oralen Antidiabetika behandelt. Ca. 630.000 Menschen erhalten zusätzlich in Deutschland Insulin. Eine Million Menschen wird mit Insulin therapiert und weitere 1,6 Millionen Betroffene werden mit so genannten Lifestyle-Maßnahmen (Ernährungstherapie und Bewegungstherapie) therapiert. Durchschnittlich verursacht ein Mensch mit Diabetes im Jahr ca. 10.000 Euro Kosten, im Vergleich dazu sind die Gesundheitskosten bei einem Menschen gleichen Alters ohne Diabetes ca. 1,6-mal niedriger (ca. 6.400 Euro pro Jahr).

Auf der Leipziger Tagung werden Versorgungsforschung und evidenzbasiertes Arbeiten mit zuckerkranken Menschen einen breiten Stellenwert im Programm einnehmen. Qualitätsmanagement und evidenzbasierte Medizin sind seit Jahren in der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft entwickelt worden. Als eine der ganz wenigen medizinischen Fachgesellschaften weltweit hat die Deutsche Diabetes-Gesellschaft eine große Zahl von verbindlichen Leitlinien herausgegeben, die allesamt evidenzbasiert sind und höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Im Programm werden außerdem neueste molekulargenetische Erkenntnisse in Bezug auf seltene Diabetesformen sowie auf die Genetik und damit Vererbung des Typ-1-Diabetes sowie die komplexen Ursachen des Typ-2-Diabetes präsentiert. Das Altersspektrum der betroffenen Patientinnen und Patienten, vom Neugeborenen bis zum alten Menschen, wird in vielen Sitzungen angesprochen. Angesichts der rapiden Zunahme insbesondere des Typ-2-Diabetes in unserer Bevölkerung werden Prävention, präventive Strategien und die Evaluation von Prävention einmal mehr zur Diskussion gestellt.

Erfahrung allein ist eine gefährliche Lehrmeisterin. Bereits Hippokrates sah eine Verbindung zwischen der Erfahrung des einzelnen Arztes und externem zuverlässigem Wissen. Der Wunsch der Bevölkerung und der Politik nach Ausbildung von Ärzten, die externes valides Wissen in die Praxis umsetzen, ist nicht neu. Auf der einen Seite sollen Logik und allgemeines Wissen das Handeln des praktisch tätigen Arztes bestimmen. Andererseits soll der Arzt aus seiner Erfahrungswelt heraus mit größtem emotionalem Einfühlungsvermögen und "ärztlicher Kunst" tätig werden. Dementsprechend ist ein Schwerpunkt des Kongresses einerseits auch die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten, die für Menschen mit Diabetes Therapiekonzepte anbieten, zweitens werden Fragen der Ethik und der Gesundheitsökonomie in eigenen Symposien und Workshops von Experten diskutiert werden. Gesicherte Datenlagen, Erkenntnisse des Gebrauchs von Computersuchsystemen im klinischen Alltag sind wichtig. Im Rahmen des Kongresses werden Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, die Diskussion um Ethik und Qualität in der Medizin nicht nur Ökonomen und Juristen zu überlassen. Transparenz, Überprüfbarkeit und Entideologisierung der Diskussion um Qualität in der Medizin sind oberstes Anliegen des Kongresses.

Die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft Deutsche Diabetes-Gesellschaft ist eine der größten und ältesten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften Deutschlands. Sie vereinigt Grundlagenforscher, in Klinik und Praxis tätige Ärztinnen und Ärzte, Interessierte, Betroffene und Idealisten, die sich der Versorgung an der Zuckerkrankheit erkrankter Menschen in Deutschland widmen.