Diskussion um die Zukunft der Diabetesversorgung

Pressemitteilung vom 21.04.2006
In Leipzig findet die 41. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) statt. Unter dem Motto "Tradition und Fortschritt" widmet sich die dreitägige Veranstaltung in diesem Jahr besonders der wichtigen Diskussion über die Zukunft der Diabetesversorgung in Deutschland. Darüber hinaus stehen aktuelle Fragen der Prävention, Diagnose und Behandlung von Diabetes, neueste Forschungsergebnisse der Diabetologie und angrenzender Wissenschaftsgebiete, aber auch gesundheitspolitische und ökonomische Fragen auf der Tagesordnung.
Zeit 24. Mai 2006 bis 27. Mai 2006

Auf dem Podium äußern sich Diabetesexperten zu wichtigen aktuellen Entwicklungen und Themen der Prävention und -behandlung dieser Volkskrankheit sowie ihren Folgeerkrankungen und beantworten Fragen von öffentlichem Interesse.

Im Mittelpunkt stehen folgende Themen:

  1. Situation und Versorgungslage diabeteskranker Menschen in Deutschland

    Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Universitätskinderklinik Leipzig und Tagungspräsident der 41. Jahrestagung der DDG, gibt einen Überblick über die Veranstaltung und informiert über die Themenschwerpunkte des Kongresses. Ausführungen z. B. zur aktuellen allgemeinen Situation und Versorgungslage diabeteskranker Menschen in Deutschland, zu den Kosten der Krankheit oder zu Ökonomie, Ethik und Qualität der Medizin erklären thematische Zusammenhänge und erleichtern das Verständnis für das Anliegen des Kongresses und die aktuelle Diabetes-Diskussion, die aus einer zunehmenden Zahl von Diabetikern in Deutschland erwächst. Schon heute leben in Deutschland sechs bis sieben Millionen Diabetiker. Angesichts dieser Entwicklung wird der Informations- und Handlungsbedarf innerhalb der breiten Bevölkerung immer größer.


  2. Neue Therapieansätze für Diabetes, einschließlich Gliptine

    Insbesondere die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes nimmt rapide zu. Ein Problem, das viele neue Fragen aufwirft, bis hin zu einer bezahlbaren Therapie. Prof. Dr. Michael Stumvoll, Universitätsklinikum Leipzig, klärt auf und beantwortet spannende und wichtige Fragen wie: Wo liegt das Problem? Welche neuen Therapieansätze bei Typ-2-Diabetes mellitus gibt es? Ist eine Lösung in Sicht? Im Anschluß widmet sich Prof. Stumvoll einem besonders spannenden Aspekt neuer Therapieoptionen bei Typ-2-Diabetes mellitus: den Gliptinen. Mit ihrer faszinierenden Wirkungsweise eröffnen sie ganz neue Möglichkeiten und Qualitäten in der Behandlung von Typ-2-Diabetikern. Noch sind Gliptine nicht zugelassen, doch in bisherigen Untersuchungen haben sich diese Substanzen als klinisch wirkungsvoll und weitgehend nebenwirkungsfrei erwiesen. "Ihr Einsatz bei Typ-2-Diabetikern wird unter anderem davon abhängen, ob sich die ersten klinischen Ergebnisse auch in Langzeitstudien bestätigen und ob man vielleicht Patientengruppen findet, die besonders von Gliptinen profitieren. Denkbar ist sogar der Einsatz von Gliptinen in der Diabetesprävention", so Prof. Stumvoll vom Universitätsklinikum Leipzig. Er erklärt, worum es geht, was Gliptine sind, wie sie wirken, was ihre Wirkungsweise so innovativ macht und was dies für die Therapie von Typ2-Diabetes bedeutet.


  3. "Süßes Blut" macht blind

    "Süßes Blut" macht blind: Im Vergleich zum gesunden Menschen haben Diabetiker ein etwa 25-fach erhöhtes Erblindungsrisiko. Die Zuckerkrankheit verändert die Blutgefäße, was zu Erkrankungen der Netzhaut führen kann. Bei dieser so genannten "diabetischen Retinopathie" kommt es zu Blutungen im Auge und schlimmstenfalls zur Ablösung der Netzhaut. In den westlichen Industrienationen ist die diabetische Retinopathie gar die häufigste Ursache zu erblinden. Prof. Dr. Peter Wiedemann, Universitätsklinik und -poliklinik für Augenheilkunde Leipzig, bespricht neue und interessante Erkenntnisse aus Klinik und Wissenschaft zum allgemeinen Erblindungsrisiko bei Diabetes, Maßnahmen zur Frühererkennung sowie Formen und Therapiemöglichkeiten.


  4. Annahme von alternativen Behandlungsmethoden von Diabetes in Ost und West

    Eine Studie an der Universitätskinderklinik Leipzig untersuchte die Anwendung alternativer Behandlungsmethoden für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus. Im Mittelpunkt der Studie standen die Fragen: Wie häufig greifen Kinder (bzw. deren Eltern) auf alternative Behandlungsmethoden zurück? Gibt es dabei einen Ost-West-Unterschied? Inwieweit spielt der soziale Status ein Rolle? Dr. Thomas Kapellen stellt die Studie vor und präsentiert erste spannende Ergebnisse. Natürlich wird er auch auf die Frage eingehen, ob solche Behandlungsmethoden Erfolg versprechend sind.


  5. Das Nationale Diabetesprogramm: Stand, Struktur, Perspektiven, Chancen

    Das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus - kurz NAFDM - steht für mehr Prävention, schnellere Früherkennung, bessere Therapie und umfangreichere Forschung im Kampf gegen eine Volkskrankheit. Als Kooperations- und Kommunikationsnetzwerk bietet es allen Akteuren im Gesundheitswesen die Möglichkeit, sich aktiv und innovativ an der Prävention, Versorgung und Forschung des Diabetes mellitus in Deutschland zu beteiligen. "Der Kampf gegen den Diabetes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe die gemeinsames Handeln erforderlich macht", so Prof. Dr. Eberhard Standl, Präsident der Deutschen Diabetes-Union e.V.. Prof. Standl informiert über den aktuellen Stand sowie über die Struktur, Perspektiven und Chancen dieses Nationalen Diabetesprogramms, welches vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird.

Im Rahmen der 41. DDG-Jahrestagung wird es neben der unten genannten noch eine weitere Pressekonferenz geben, auf die wir schon jetzt hinweisen möchten:

Kongresspressekonferenz
Zeit: Freitag, 26. Mai 2006, 12:00 bis 13:00 Uhr
Ort: Congress Center Leipzig, Messe-Allee 1

Die Kongresspressekonferenz stellt neben den ersten Ergebnissen des Kongresses neueste Erkenntnisse und Entwicklungen sowie interessante wissenschaftliche Beiträge auf dem Gebiet der Diabetologie und ihr anverwandter Wissenschaftsfelder vor. Selbstverständlich wird zu der Kongresspressekonferenz rechtzeitig noch gesondert eingeladen.